In Dachau tut sich einiges, wenn es um die Modernisierung des Landratsamts geht. Der geplante Neubau, der mit Kosten von rund 100 Millionen Euro veranschlagt wurde, wurde vorerst gestoppt. Kritiker hatten gar mit Kosten von bis zu 180 Millionen Euro gerechnet. Stattdessen wird nun eine Sanierung des bestehenden Gebäudes in Angriff genommen, die mit insgesamt 16,55 Millionen Euro zu Buche schlagen soll. Finanzmittel für den Neubau sind bis 2027 nicht vorgesehen, was die Entscheidung zur Sanierung noch dringlicher macht.
Die Sanierungskosten sind auf eine fundierte Expertise von Fachingenieuren zurückzuführen und beinhalten keine Auslagerungs- und Anmietkosten. Die Reparaturen selbst schlagen mit 8,25 Millionen Euro zu Buche. Darüber hinaus müssen weitere Investitionen für Barrierefreiheit (850.000 Euro), die Fassade (2,1 Millionen Euro), strukturelle Mehraufwendungen (3,65 Millionen Euro) sowie Verbesserungen wie Lüftungsanlagen und Heizung (1,7 Millionen Euro) eingeplant werden. Die Gesamtsumme der Sanierungskosten beläuft sich somit auf 16,55 Millionen Euro.
Wirtschaftliche Aspekte der Sanierung
Während der Sanierungsphase sind zudem jährliche Auslagerungs- und Anmietkosten von 1,1 Millionen Euro zu erwarten. Hinzu kommen Anmietkosten für räumliche Anpassungen in Höhe von 1,55 Millionen Euro. Um die Sanierung effizient zu gestalten, könnte diese durch einen Totalunternehmer (TU) erfolgen, ähnlich wie es beim Bau des Gymnasiums in Röhrmoos der Fall war. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur TU-Option wurde bereits genehmigt, wobei die Kosten dafür 35.000 Euro betragen.
Die Notwendigkeit solcher Sanierungsprojekte wird auch durch eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) unterstrichen, die am 09.09.2024 veröffentlicht werden soll. Diese Studie ermittelt den Finanzierungsbedarf für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude in Deutschland bis 2045. Mit einem erforderlichen Investitionsvolumen von rund 120 Milliarden Euro ergibt sich eine jährliche Belastung von etwa 6 Milliarden Euro, wobei die Kommunen mit rund 4 Milliarden Euro die größte finanzielle Last tragen müssen.
Die Zukunft im Blick
Die Studie der dena vergleicht zwei Szenarien: Das „Business as Usual“-Szenario, das eine Sanierungsrate von nur 1% vorsieht und damit eine deutliche Verfehlung der Klimaziele nach sich zieht, und das „Ziel“-Szenario, das eine höhere Sanierungsrate von 4% anstrebt. Letzteres könnte Einsparungen von bis zu 45 Milliarden Euro bis 2045 ermöglichen. Auch die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung auf den Effizienzgebäude-Standard (EG 40) wurde untersucht und als potenziell wirtschaftlich bewertet, selbst ohne staatliche Förderungen.
Die Herausforderungen und Chancen im Bereich der energetischen Sanierung sind also vielfältig. Die Sanierung des Landratsamts Dachau ist nicht nur ein Schritt in Richtung Modernisierung, sondern auch ein wichtiger Baustein in der nachhaltigen Stadtentwicklung und in der Einhaltung der Klimaziele. Mit der richtigen Planung und Umsetzung könnten solche Projekte einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung eines klimaneutralen Gebäudebestands leisten.