Es gibt Nachrichten, die einen einfach sprachlos machen. So auch der Fall eines Ehepaars, das sich vor dem Kemptener Landgericht verantworten muss. Die beiden stehen im Verdacht, über 1,9 Millionen Euro aus Parkmünzen gestohlen zu haben. Aber wie kam es zu diesem skandalösen Vorfall? Nun, der Mann, ein angestellter Mitarbeiter der Stadt Kempten, war für die Leerung der Parkscheinautomaten zuständig. Mit anderen Worten: Er hatte Zugang zu den Geldkassetten und einem Schlüssel, der ihm das unrechtmäßige Entleeren dieser ermöglichte. Seine Partnerin, 39 Jahre alt, wird beschuldigt, ihm dabei geholfen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in 335 Fällen erhoben, die sich zwischen 2020 und 2025 ereignet haben. Dabei handelt es sich um einen Betrag von rund 1,34 Millionen Euro! Aber nicht nur das: Über 500 weitere Fälle, die seit 2015 verjährt sind, werden ebenfalls ins Visier genommen, da sie fast 584.000 Euro ausmachen. Das ist schon eine ganz schöne Summe, die da durch die Finger gerutscht ist. Die beiden Angeklagten sitzen seit November in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen aufgrund verdächtiger Bargeldeinzahlungen bei einer Bank ins Rollen kamen.
Die Reaktionen aus Kempten
Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU) äußerte sich zu dem Vorfall und bezeichnete den Schaden als enorm und schmerzhaft, schließlich handelt es sich um das Geld der Bürger. Die Stadtverwaltung hat schnell reagiert und alle Schlösser an den Parkautomaten ausgetauscht. Ein externer Dienstleister übernimmt nun vorübergehend die Leerung der Automaten. Um zukünftige Vorfälle zu vermeiden, wird ein Sechs-Augen-Prinzip eingeführt, bei dem Belege aus Parkautomaten und Bargeldeinzahlungen in der Stadthauptkasse geprüft werden.
Eine Untersuchungskommission, geleitet von einer Münchener Unternehmensberatung, wird die Abläufe genau unter die Lupe nehmen. Sie wird relevante Unterlagen und Systeme untersuchen, Mitarbeiter befragen und Sofortmaßnahmen empfehlen. Der Abschlussbericht der Kommission soll bis zum Frühjahr vorliegen. Man fragt sich natürlich, wie es überhaupt zu einem solchen Missbrauch kommen konnte. Kiechle zeigte sich unverständlich darüber, dass der Diebstahl nicht früher bemerkt wurde. Das wird sicher ein zentrales Thema in den nächsten Wochen sein.
Ein skandalöser Verlauf
Die Ermittlungen wurden durch die Bank des 40-Jährigen ausgelöst, die aufgrund auffälliger Bargeldeinzahlungen Anzeige wegen Geldwäscheverdachts erstattet hatte. Der Mann wurde am 24. November verhaftet, nachdem seine Diensträume und seine Privatwohnung durchsucht wurden. Er wird beschuldigt, über einen Zeitraum von rund zehn Jahren Kleingeld an den Parkautomaten abgezweigt zu haben, was einen Schaden von über einer Million Euro verursacht hat. Das ist wirklich eine dreiste Masche!
Die Anklage umfasst noch weitere 720 Fälle, und auch die Ehefrau wurde festgenommen. Ihr wird Beihilfe zum Diebstahl vorgeworfen. Beide Beschuldigten befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft, wobei die Unschuldsvermutung gilt, bis sie rechtskräftig verurteilt sind. Der Prozess wird drei Verhandlungstage umfassen, und ein Urteil könnte am 21. Mai 2026 fallen. Die Stadt Kempten hat bereits Schritte unternommen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Eine wirklich spannende, wenn auch schockierende Geschichte, die vielen Bürgern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.