Heute ist der 29. Mai 2026 und in Coburg gibt es etwas ganz Besonderes zu berichten. Simon Engel, ein Kommunikationstechniker, hat sich auf ein bemerkenswertes Abenteuer eingelassen. Er motiviert nicht nur sich selbst, sondern inspiriert auch andere Menschen zum Laufen. Und zwar auf eine Art, die man nicht alle Tage sieht. Seit dem 22. Mai läuft er täglich einen Halbmarathon, beginnend am majestätischen Schloss Neuschwanstein und endend an der beeindruckenden Veste Coburg.

Insgesamt hat er in neun Tagen etwa 380 Kilometer zurückgelegt – das sind täglich zwischen 38 und 42 Kilometer! Es ist nicht nur eine Herausforderung für den Körper, sondern auch für den Geist. Simon, der bei der Bundeswehr angestellt ist, hat sich nicht einfach ins Ungewisse gestürzt. Er hat seine Route sorgfältig geplant, inklusive der Übernachtungsmöglichkeiten. Spontan fand er eine herzliche Unterkunft bei Familie Kessler in Meitingen während der Pfingstferien, wo er sich im Lech erfrischte und in TSV-1860-Bettwäsche schlief. Das Gepäck, das er mit sich führte, wog gerade einmal fünf Kilo und umfasste die nötigsten Utensilien – von Getränkeflaschen bis hin zu einem Foto seiner Freundin, das ihn stets antrieb.

Eine Reise voller Überraschungen

Auf seinem Weg suchte Simon nicht nur nach Schlafplätzen, sondern auch nach Menschlichkeit. In Orten wie Rögling, Röttenbach und Hirschaid/Eggolsheim fragte er an Haustüren nach Hilfe. Es war eine Reise, die ihm viel mehr als nur körperliche Fitness brachte; er erlebte die Herzlichkeit der Menschen, die ihm begegneten. „HomeRun“ – so nennt er sein Projekt, das während der Corona-Pandemie entstand, als er mit seiner Schwester Karin anfing, die Laufschuhe zu schnüren. In einer Zeit, die geprägt war von Isolation und Unsicherheit, fand er in der Bewegung einen Ausweg und eine Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen.

Dennoch war der Weg nicht immer einfach. Wie Dennis Lück in seiner Kolumne über den Haspa-Marathon in Hamburg beschreibt, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Vorfreude und Motivation nach einer Absage verloren gehen. Doch Simon ließ sich nicht entmutigen. Er nutzte kreative Lösungen und entwickelte eine positive Einstellung, ganz im Sinne des Wortes „trotzdem“. Sei es, dass er seine Verpflegung selbst organisierte oder dass er bereit war, an jedem Ort Hilfe zu suchen – sein Wille war ungebrochen.

Gemeinschaft und Support

In Momenten der Erschöpfung, wenn die Beine schwer und der Kopf voll war, fand Simon Unterstützung bei Patrick Vespaziani, einem ehemaligen Fallschirmjäger und Kampfsportler. Diese Verbindung zeigt, wie wichtig es ist, Menschen um sich zu haben, die einen anfeuern und motivieren. Und in seiner letzten Urlaubswoche wird er Vespaziani auch in der Slowakei unterstützen – eine Art „Gegenseitige Motivation“, die in der Laufszene nicht nur inspirierend, sondern auch essenziell ist.

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Simon Engel zeigt uns, was mit Wille und Disziplin möglich ist. Seine Geschichte ist nicht nur die eines Läufers; sie ist ein Aufruf an uns alle, über uns hinauszuwachsen, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen – auch wenn es manchmal schwerfällt. Und vielleicht ist das der wahre Geist des Laufens: nicht nur die Strecke zu bewältigen, sondern auch die Menschen um sich zu inspirieren. Das Laufen ist mehr als nur Sport; es ist ein Weg, um Gemeinschaft zu erleben, um Herausforderungen zu meistern und um das Leben in vollen Zügen zu genießen.