In den letzten Tagen hat die beschauliche Stadt Seßlach im Landkreis Coburg unter einer Reihe unliebsamer Ereignisse zu leiden. Die Kriminalpolizei Coburg hat Ermittlungen aufgenommen, nachdem mehrere Einbrüche und ein mutmaßlicher Einbruchsversuch die Nachtruhe der Bewohner gestört haben. Man könnte fast sagen, dass die dunklen Gestalten, die sich an diesen Taten beteiligten, eine Vorliebe für hochwertige E-Bikes und Baumaschinen entwickelt haben. Die Zahlen sprechen für sich und lassen die Frage aufkommen: Wer steckt hinter diesen dreisten Aktionen?
In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai war es besonders schlimm. Zwei hochwertige E-Bikes wurden aus einer Garage an der Straße „Am Brünnlein“ entwendet. Die Täter drangen über eine Nebentür ein und hinterließen einen Entwendungsschaden von rund 15.000 Euro! Dazu kam ein Sachschaden von etwa 500 Euro. Und das alles, während die Nachbarn friedlich schlummerten. Die Polizei vermutet, dass die Täter möglicherweise über die Online-Plattform „Kleinanzeigen“ einen Tatvorlauf hatten. Ein beunruhigender Gedanke, oder?
Einbruch in die Garage
Doch das war noch nicht alles. Im Zeitraum vom 8. bis zum 9. Mai wurde in eine weitere Garage an der Straße „Am Rasen“ eingebrochen. Hier wurde das Türschloss aufgehebelt und mehr als zehn Baumaschinen entwendet. Der Schaden wird auf über 3.000 Euro geschätzt. Wenn man bedenkt, wie viel Arbeit hinter solchen Geräten steckt, ist das nicht nur ein finanzieller Verlust, sondern auch ein herber Schlag für die Betroffenen.
Und dann gibt es da noch den mutmaßlichen Einbruchsversuch, der zwischen dem 6. und 12. Mai stattfand, ebenfalls an der Straße „Am Brünnlein“. Die Täter scheiterten daran, ein Garagentor zu öffnen, nachdem sie einen Fingerabdruckscanner gewaltsam abgerissen hatten. Der Sachschaden, der hier verursacht wurde, ist zwar nicht genau beziffert, aber er reiht sich perfekt in diese Reihe von dreisten Taten ein.
Aufruf zur Mithilfe
Die Kriminalpolizei bittet nun die Bürger um Mithilfe. Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge in den Straßen „Am Brünnlein“ oder „Am Rasen“ bemerkt hat, sollte sich umgehend melden. Die Telefonnummer lautet 09561/645-0. Vielleicht kann die Gemeinschaft zusammenarbeiten und diesen Tätern das Handwerk legen. Schließlich ist es nicht nur ärgerlich, sondern auch beunruhigend, wenn die eigenen vier Wände oder das Auto nicht mehr sicher sind.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Fahrraddiebstähle konzentrieren sich zunehmend auf hochwertige Fahrräder und E-Bikes. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), berichtete kürzlich über die gezielte Vorgehensweise der Täter. Im Jahr 2024 wurden rund 135.000 Fahrraddiebstähle registriert, was 10.000 weniger als im Vorjahr ist. Dennoch bleibt der Schaden enorm: Die Versicherer mussten 160 Millionen Euro für Fahrraddiebstähle aufbringen, der höchste Stand in den letzten 20 Jahren.
Die durchschnittliche Schadenshöhe durch Fahrraddiebstahl liegt bei rund 1.190 Euro. Das ist mehr als dreimal so viel wie noch vor 20 Jahren! Es ist klar, dass E-Bikes mittlerweile häufiger verkauft werden als klassische Fahrräder, und das hat seine Gründe. Der Durchschnittspreis für ein neues E-Bike liegt bei etwa 2.650 Euro.
Um sich besser vor Diebstählen zu schützen, empfiehlt die Stiftung Warentest, Fahrräder mit einem Eigentümer-Identifizierungsnummer (EIN-Code) zu codieren. Außerdem sollten hochwertige Schlösser verwendet und die Fahrräder an festen Objekten gesichert werden. Die Sichtbarkeit des Fahrrads kann ebenfalls einen entscheidenden Unterschied machen. Vielleicht ist es an der Zeit, die eigenen Sicherheitsvorkehrungen zu überdenken, denn die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen liegt nur bei etwa 10 Prozent. Das sind alles Gedanken, die sich die Bewohner von Seßlach sicher machen sollten.