In der kleinen Gemeinde Gemünda, unweit von Coburg, bereitet sich Heiko Oehrl bereits im April auf das nächste Weihnachtsfest vor. Auf einer Fläche von rund zwei Hektar zieht er mit viel Hingabe und Sorgfalt Christbäume heran. Während andere Gärtner in dieser Zeit ihre Gemüsegärten bepflanzen, kümmert sich Oehrl um die regelmäßige Pflege seiner Bäume – das Zwicken gehört dabei ebenso dazu wie die Unterstützung durch seine Schafe, die das Unkraut auf der Plantage in Schach halten.

Die Temperaturen liegen dabei bei angenehmen 20 Grad, was es Oehrl ermöglicht, sich ganz auf seine Christbaumzucht zu konzentrieren. Die Arbeit auf der Plantage ist ganzjährig erforderlich, denn gesunde, nährstoffreiche Böden sind die Voraussetzung für das Gedeihen der Christbäume. Diese werden mithilfe einer speziellen Pflanzmaschine in den Boden gesetzt, wobei die jungen Pflanzen von Hand platziert werden. Einmal gepflanzt, müssen sie sorgfältig in die richtige Position gebracht und der Boden wieder geschlossen werden.

Die Pflege der Christbäume

Die kunstvolle Formgebung der Bäume ist ein weiteres wichtiges Element in Oehrls Arbeit. Form- und Korrekturschnitte sind notwendig, um einen formschönen Christbaum zu gewährleisten. Stäbchen werden an den Terminaltrieben angebracht, um das Absitzen der Triebspitzen durch Vögel zu verhindern. Auch das Gras zwischen den Bäumen muss regelmäßig, etwa zwei- bis dreimal jährlich, gemäht werden. Zudem werden Bodenproben entnommen, um die Qualität des Bodens sicherzustellen.

Die Auswahl der Bäume hat sich über die Jahre verändert. Während früher vor allem Fichten aus dem Wald geschmückt wurden, sind heute Nordmanntannen und Blaufichten die Favoriten der Käufer. Ein 2 Meter hoher Christbaum bindet dabei bis zu 40 kg CO2 und trägt somit aktiv zum Klimaschutz bei. In einem Hektar Christbaumkultur produziert man über einen Zeitraum von zehn Jahren unglaubliche 105 Tonnen Sauerstoff.

Der Weg zum Weihnachtsbaum

Im Dezember, wenn die Bäume bereit sind, werden sie geschnitten und für den Verkauf vorbereitet. Um Transportschäden zu vermeiden, werden die Bäume eingenetzt und per Hand verladen zu den Verkaufsständen transportiert. Diese Verkaufsstände bieten frische Christbäume direkt aus der Plantage an – eine umweltfreundliche Option, die der NABU empfiehlt. Denn der Kauf von regionalen oder ökologisch angebauten Weihnachtsbäumen hat nicht nur Vorteile für die Umwelt, sondern auch für die Frische des Baumes, der die Weihnachtszeit in den deutschen Haushalten bereichert.

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In Deutschland stehen jährlich etwa 23 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume in den Wohnzimmern. Die Nordmanntanne ist dabei der meistverkaufte Baum, der etwa 80% der Verkäufe ausmacht. Auf insgesamt 19.100 Hektar Sonderkulturflächen werden diese Bäume angebaut, wobei auch immer wieder Bäume aus dem Ausland importiert werden. Die Umweltbilanz von Weihnachtsbäumen ist jedoch komplex; die Anbauweise und der Transport spielen eine entscheidende Rolle bei den CO2-Emissionen. Bio-Weihnachtsbäume, gekennzeichnet durch das EU-Biosiegel oder Zertifizierungen wie Bioland und Naturland, gelten als umweltfreundlicher und sind eine hervorragende Wahl für umweltbewusste Konsumenten.

Nach den Feiertagen werden die Weihnachtsbäume von Kommunen abgeholt und recycelt, wobei das Holz in Heizkraftwerken verbrannt und das Grün kompostiert wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Bäume nicht nur eine festliche Atmosphäre schaffen, sondern auch einen nachhaltigen Beitrag zur Umwelt leisten.