Heute ist der 21.05.2026 und wir blicken auf ein bemerkenswertes Ereignis an der Phuoc Nguyen Secondary School im Bezirk Ba Ria zurück. Dort wurden nicht nur Musikstücke aufgeführt, sondern auch das Kurzstück „Things Not Said“, das auf eine sehr bewegende und gleichzeitig nachdenkliche Weise die Herausforderungen von Jugendlichen thematisiert. Die Schüler wurden dabei aktiv einbezogen: Sie mussten Multiple-Choice-Fragen zur Prävention von häuslicher Gewalt und Gewalt in Schulen beantworten. Ein cleverer Schachzug, um das Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu schärfen.
In der Handlung des Stücks geht es um die Beziehungen zwischen den Mittelschülern Nam und Minh, die beide mit ihren eigenen, schweren Lasten kämpfen. Minhs Vater, ein arbeitsloser Mann, leidet unter Depressionen und Alkoholismus, was zu häuslicher Gewalt führt. Minh selbst wird von seinem Vater geschlagen und trägt sowohl körperliche als auch seelische Narben davon. Auf der anderen Seite hat Nam geschiedene Eltern, was ihn in eine Einsamkeit stürzt, die seine sozialen Fähigkeiten beeinträchtigt. So ist es nicht überraschend, dass Minh Gewalt einsetzt, um schwächere Mitschüler einzuschüchtern – ein bedauerlicher Teufelskreis, der schließlich zu einem Vorfall mit Nam führt.
Ein Schritt zur Veränderung
Die Lehrerin, die diesen Vorfall entdeckt, reagiert schnell und lädt die Eltern zu einer Diskussion über Schulgewalt ein. Es ist ein mutiger Schritt, denn oft wird das Thema Gewalt in Schulen, sei es physisch oder emotional, viel zu lange ignoriert. Das Stück selbst ist Teil einer Initiative des Volkskomitees von Ho-Chi-Minh-Stadt, die Literatur und Kunst fördert und in diesem Fall eine direkte Reaktion auf den Nationalen Aktionsmonat zur Prävention häuslicher Gewalt darstellt. Dazu kommt die Feier des 25. Jahrestags des Vietnamesischen Familientags – ein passender Rahmen, um über Werte wie Liebe und Unterstützung nachzudenken.
Das Publikum, bestehend aus Mitschülern, Lehrern und Eltern, reagierte begeistert. Applaus und angeregtes Geplauder nach der Vorstellung zeigten, dass das Stück nicht nur unterhielt, sondern auch zum Nachdenken anregte. Schulleiter Nghiem Xuan Chau betonte den Nutzen solcher Aufführungen für Schüler und Lehrkräfte. Psychologen, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen, heben die zentrale Rolle von Familie und Schule im Kampf gegen Gewalt hervor. Ein positives Umfeld kann aggressives Verhalten und Diskriminierung unterbinden und sollte daher im Fokus jeder Bildungsinstitution stehen.
Die langfristigen Folgen von Gewalt
Kinder und Jugendliche haben ein fundamentales Recht auf ein sicheres und gewaltfreies Leben. Leider zeigen die Erfahrungen, dass Gewalterlebnisse in der Schule nicht spurlos an den Betroffenen vorbeigehen. Oft kämpfen sie Jahre später noch mit den Folgen, die sich auf ihre psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit auswirken können. Es ist daher unerlässlich, dass Schulen ein Klima der Toleranz und Wertschätzung fördern. Eine gemeinsame Grundhaltung und eine Null-Toleranz-Politik gegen Gewalt sind dabei unerlässlich. Die Gewaltprävention muss sich nicht nur auf körperliche Angriffe konzentrieren, sondern auch auf Mobbing, Cyberbullying und andere Formen von Diskriminierung.
Ein positives Umfeld kann viel bewirken. Unterrichtsstörungen sind nicht immer nur auf die momentane Schulsituation zurückzuführen, sondern können oft auch auf frühere, traumatische Erlebnisse hindeuten. Die Notwendigkeit, diese Themen offen zu besprechen, ist entscheidend. Die Aufführungen an der Phuoc Nguyen Secondary School sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Stimmen der Schüler zu hören und ihre Geschichten ernst zu nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass die hohe Nachfrage nach weiteren Aufführungen nicht nur ein Zeichen der Beliebtheit ist, sondern auch ein Zeichen für den Wunsch nach Veränderung und einem besseren Miteinander in den Schulen.