Heute ist der 8.05.2026, und wir blicken auf einen Ort, der so viel Geschichte in sich trägt, dass man beim Anblick der Lieu Coc Twin Towers fast das Gefühl hat, die Zeit würde stillstehen. Diese majestätischen Überreste der Cham-Kultur, erbaut zwischen dem 9. und frühen 10. Jahrhundert, erzählen Geschichten von einer längst vergangenen Zeit. Doch der Zustand dieses Nationaldenkmals ist alles andere als glorreich. Bei einem Besuch stellt man schnell fest: Die Türme sind stark verwildert, und das Unkraut hat sich wie ein ungebetener Gast in die Hauptstrukturen, den Nord- und Südturm, geschlichen. Der Boden ist ein einziges Dickicht, und die archäologischen Ausgrabungsgruben drohen bei starkem Regen zu überfluten.

Die Erosion in der Nähe der Türme ist ein weiteres alarmierendes Zeichen. Historische Überschwemmungen haben nicht nur das Terrain gezeichnet, sondern auch den Nordturm, der nun fast vollständig eingestürzt ist – nur ein kleiner Teil der Mauer ist noch sichtbar. Es ist traurig, denn wer sich die Mühe macht, die Lieu Coc Twin Towers zu besuchen, merkt schnell, dass sie im Vergleich zu anderen Champa-Türmen relativ gut erhalten sind. Das macht das Ganze besonders tragisch, denn hier könnten wir so viel mehr über die Geschichte dieser Region erfahren.

Ein Weckruf für die Erhaltung

Die Experten sind sich einig: Dringende Konservierungsmaßnahmen sind notwendig, um den weiteren Verfall zu stoppen. Seit Jahren empfehlen Fachleute den Bau eines Notdaches, doch bisher bleibt dies ein unerfüllter Wunsch. Im Juli 2025 wurde das Kultur- und Sportamt der Stadt Hue beauftragt, Notunterkünfte zu planen, aber das fehlende Geld macht die Umsetzung unmöglich. Am 7. Mai 2026 wurde immerhin eine Aufräumaktion organisiert, um das Unkraut zu beseitigen – ein kleiner Schritt, aber nicht genug, um das Denkmal zu retten.

Eine spannende Wendung nahm die Situation, als am 27. Juni ein Treffen von Experten des Nationalmuseums für Geschichte stattfand. Hier wurden die vorläufigen Ergebnisse der archäologischen Erkundung und Ausgrabung präsentiert. Die Ausgrabungsfläche umfasst 60 m², und die Forscher haben bereits über 4.800 Objekte entdeckt – von architektonischen Materialien über glasiertes Keramik bis hin zu Münzen. Besonders bemerkenswert ist ein Kopf einer Statue in Form eines Reliefs, datiert auf das 11. bis 12. Jahrhundert. Solche Funde sind Gold wert für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Cham-Kultur.

Archäologische Schätze und Herausforderungen

Die Entdeckungen sind ermutigend, doch die Herausforderung bleibt. Die Verwaltung des Denkmals wurde 2025 dem Bezirk Kim Tra übertragen, und die Experten fordern größere Ausgrabungen und spezifische Lösungen zum Schutz des Denkmals. Ein Plan zur Erhaltung und Förderung des Wertes dieses einzigartigen Erbes soll entwickelt werden – ohne den richtigen Fokus könnte dieses wertvolle Stück Geschichte bald nur noch ein Schatten seiner selbst sein.

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Die Unterschiede in der Dekoration zwischen dem Nord- und dem Südturm deuten darauf hin, dass die Türme möglicherweise nicht zur gleichen Zeit erbaut wurden. Solche Details sind für Historiker und Archäologen von großer Bedeutung, da sie helfen, die Chronologie der Bauwerke zu verstehen. Um all dies zu ermöglichen, ist eine nachhaltige Bewahrung des kulturellen Erbes unerlässlich. Die Digitalisierung von Archiven und Denkmalregistern könnte hier eine wichtige Rolle spielen, damit zukünftige Generationen von diesem Wissen profitieren können.

Die Lieu Coc Twin Towers sind nicht nur ein Relikt der Vergangenheit, sondern auch ein Aufruf an uns alle, unser Erbe zu schützen und ihm die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient. Denn ohne Schutzmaßnahmen und die nötigen Ressourcen wird das, was einmal eine Blüte der Cham-Kultur war, möglicherweise in Vergessenheit geraten.