Wurst mit Würmern: Bayreuths kulinarisches Experiment überrascht
In Bayreuth tut sich was – und das hat nicht nur mit der berühmten Festspielzeit zu tun. Forscher an der Universität arbeiten an einem spannenden Projekt, das die traditionelle Weißwurst in ein neues Licht rücken könnte. Klingt komisch? Ist es nicht! Sie integrieren nämlich Mehlwürmer in das Rezept, um die Wurst gesünder zu gestalten. Wer jetzt denkt „Insekten in der Wurst?“, ist nicht allein. In Deutschland ist der Verzehr von Insekten noch eher ein Tabuthema. Anders sieht’s in Asien, Lateinamerika und Afrika aus, wo Insekten auf dem Speiseplan ganz normal sind. Hierzulande stehen viele dem Ganzen skeptisch gegenüber.
Professor Dr. Janin Henkel-Oberländer leitet das Forschungsprojekt und hat sich ein unerwartetes Medienecho erhofft – und bekommen! Die Wahl der Weißwurst als Versuchskaninchen war tatsächlich nicht als provokant gedacht. Aber wie es oft so ist: Die Neugier der Menschen ist geweckt. Eine Umfrage im Rahmen des Projekts „Sustainable Insect Chain“ zeigt, dass viele Europäer, besonders die Deutschen, eine kritische Haltung gegenüber Insekten als Nahrungsmittel haben. Doch es gibt Hoffnung! Je mehr Informationen über die Vorteile und die Sicherheit des Insektenverzehrs zur Verfügung stehen, desto eher sind die Leute bereit, sich darauf einzulassen.
Gesunde Wurst oder kulinarischer Albtraum?
Im Juli soll es eine öffentliche Verkostung geben, bei der Interessierte die neue Weißwurst probieren können. Aber aufgepasst: Wer allergisch auf Krustentiere reagiert, muss leider draußen bleiben. Bisherige interne Verkostungen waren überraschend positiv. Die Testesser konnten kaum Unterschiede im Geschmack feststellen – also vielleicht doch kein kulinarischer Albtraum? Das Umweltbundesamt hat festgestellt, dass Insekten als Fleischersatz im Vergleich zu pflanzlichen Alternativen nicht so gut abschneiden, aber deutlich besser abschneiden als Rind, Schwein und Huhn. Das klingt doch schon mal vielversprechend!
Die gesundheitlichen Auswirkungen des Insektenverzehrs sind allerdings noch nicht ausreichend erforscht, insbesondere wenn es um Allergiker geht. Ein gewisses Risiko bleibt also bestehen. Aber die Neugier bleibt. Vielleicht liegt es auch daran, dass Insekten viele nützliche Nährstoffe liefern, wie die FAO festgestellt hat – und das kann nicht schaden.
EU und die Insektenküche
<pWas viele vielleicht nicht wissen: In der Europäischen Union sind mittlerweile vier Insektenarten als Lebensmittel zugelassen. Der erste war der getrocknete gelbe Mehlwurm, der im Mai 2021 grünes Licht bekam. Zuletzt wurde im Januar 2023 ein teilweise entfettetes Pulver aus der Hausgrille zugelassen. Das bedeutet, dass Lebensmittel mit Insekten klar in der Zutatenliste aufgeführt werden müssen, und das nicht nur mit dem deutschen, sondern auch mit dem lateinischen Namen. Die Verbraucher sollen genau wissen, was sie auf den Teller bekommen. Und für Allergiker gibt's einen verpflichtenden Hinweis – denn Sicherheit geht vor.
Die Zulassungen und die Aufforderung zur Kennzeichnung sind Teil der EU-Regeln für neuartige Lebensmittel. Bevor ein Insekt auf den Tisch kommt, muss es von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftlich bewertet werden. Das ist ein langer, aber wichtiger Prozess, um sicherzustellen, dass alles rund um die neuen Lebensmittel sicher und verträglich ist.
Die Welt der Lebensmittel verändert sich. Wer hätte gedacht, dass wir eines Tages über Insekten in unserer geliebten Weißwurst diskutieren würden? In jedem Fall bleibt es spannend, ob die Bürger in Bayreuth und darüber hinaus bereit sind, den kleinen Krabbeltieren eine Chance zu geben. Vielleicht wird die nächste Grillparty ja mit Mehlwurstspezialitäten aufwarten – wer weiß das schon?
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