In Bayreuth stehen die Festspiele vor einer ungewissen Zukunft. Eigentlich sollte Matthias Rädel bereits am 1. Januar 2026 als General Manager die Zügel in der Hand halten. Doch unklare Zuständigkeiten und offene Governance-Fragen machen der Berufung einen Strich durch die Rechnung. Wer ist hier verantwortlich? Ein bisschen wie ein Schachspiel, wo jeder Zug genau überlegt sein muss. Die Verträge, die für die Festspiele so wichtig sind, können erst nach der finalen Organisationsreform abgeschlossen werden. Das steht fest.
Katharina Wagner, die künstlerische Leitung, wird weiterhin eigenverantwortlich für den kreativen Bereich zuständig sein. Ihr steht ein eigenes Budget zur Verfügung, was ihr volle künstlerische Freiheit geben soll. Allerdings gibt es hier einen Streitpunkt: Die Machtverteilung zwischen der künstlerischen Leitung und der Geschäftsführung. Rädel soll die vollständige Geschäftsführung übernehmen – das klingt nach einer klaren Doppelspitze, aber irgendwie scheinen die Karten noch nicht richtig gemischt zu sein.
Governance-Strukturen und ihre Herausforderungen
Die Governance-Fragen sind nicht nur ein bürokratisches Hickhack, sie betreffen ganz konkret die Zukunft der Festspiele. Governance bezeichnet die Steuerung und Kontrolle von Organisationen, also auch die Festspiele. Es geht darum, wie Entscheidungen getroffen werden, wer für was verantwortlich ist und wie Risiken überwacht werden. Klare Verantwortlichkeiten sind das A und O, doch die strukturellen und finanziellen Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Steigende Produktionskosten, Tarifabschlüsse, hohe Energiepreise und die Inflation setzen den Festspielen ordentlich zu.
Es wird spannend zu sehen, wie die bestehenden Gesellschafter und die neu geordnete Einflussnahme des Bundes die Reform vorantreiben. Historisch gewachsene Strukturen machen die Organisation nicht gerade einfacher. Matthias Rädel, der im Sommer 2025 als erfahrener Kulturmanager vorgestellt wurde, steht also vor einer Mammutaufgabe. Er soll die wirtschaftliche Steuerung übernehmen und die bestehenden Strukturen modernisieren – das ist kein Zuckerschlecken, um es mal salopp zu sagen.
Ein Blick auf die Governance
Das Zusammenspiel von Governance und Management ist entscheidend. Während Governance die übergeordneten Strukturen und Regeln festlegt, beschäftigt sich das Management mit der täglichen Umsetzung. Ein effektives Risikomanagement ist unerlässlich, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern. Das Vertrauen der Stakeholder muss gestärkt werden, denn ohne Vertrauen ist alles nichts. Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Verantwortung gegenüber den Gesellschaftern stehen auf der Agenda – das alles muss hand in hand gehen.
Georg Freiherr von Waldenfels betont, dass es keine Kontroversen rund um Rädel gibt, und verweist auf einen einstimmigen Beschluss. Der Verwaltungsrat steht in engem Austausch mit ihm und Katharina Wagner. Das Ziel ist klar: Die neue Struktur sowie der Wechsel in der Geschäftsführung sollen nach den diesjährigen Jubiläumsfestspielen in Kraft treten. Doch die Frage bleibt: Werden die Festspiele die Kurve kriegen? Die Zeit wird es zeigen.