In Bad Tölz-Wolfratshausen hat sich ein unerwartetes Schauspiel im Kreistag abgespielt. Ines Lobenstein von den Grünen, die erst kürzlich bei der konstituierenden Sitzung vereidigt wurde, hat gleich nach ihrem Amtseid ihr Mandat niedergelegt. Ja, richtig gehört! Nur wenige Minuten nach dem feierlichen Akt, bei dem insgesamt 21 neue Kreisrätinnen und Kreisräte ihren Eid ablegten, entschied sich Lobenstein, ihren Platz im Kreistag freizugeben. Das hat für einige, die anwesend waren, für eine Mischung aus Erstaunen und Verwirrung gesorgt.
Ursprünglich auf Listenplatz 25 kandidiert, hatte sie nicht mit einem Einzug gerechnet – man könnte sagen, es war ein bisschen wie ein Überraschungsei. Nach der Wahl war sie kurzfristig stolz auf das Ergebnis, aber die Freude währte nicht lange. Lobenstein, die sich spontan zur Kandidatur entschlossen hatte, will sich nun ganz auf ihre Rolle im Wolfratshauser Stadtrat konzentrieren. „Zwei Mandate gleichzeitig? Das wäre wohl ein bisschen viel“, könnte man meinen. Und so stellte sie unmittelbar nach ihrer Vereidigung den Antrag auf Niederlegung ihres Mandats.
Ein unüblicher Start
Mit dieser Entscheidung hat der Kreistag einen unkonventionellen Start hingelegt. Wolfgang Goymann, der auf einem Besucherstuhl wartete, übernahm prompt ihren Platz. Das wirft natürlich Fragen auf – und zwar nicht nur zur Fokussierung von Mandataren, die in mehreren Gremien aktiv sein möchten. Man fragt sich, wie es weitergeht mit den zahlreichen politischen Neulingen, die frische Ideen in den Kreistag einbringen wollen. Die Situation bietet jedenfalls Raum für interessante Diskussionen.
Die Atmosphäre im Kreistag ist spürbar aufgefrischt worden. Die neuen Gesichter bringen nicht nur frische Ideen mit, sondern auch eine gewisse Unbeschwertheit, die in der Politik oft verloren geht. Goymann hat nun die Gelegenheit, die Agenda aktiv mitzugestalten und wird sicherlich von den neuen Impulsen profitieren. Ob Lobenstein in Zukunft wieder in die Politik zurückkehrt? Das bleibt abzuwarten. Momentan hat sie sich für eine andere Richtung entschieden, und das ist ihr gutes Recht.
Die Entwicklungen in Bad Tölz-Wolfratshausen zeigen, dass in der Politik nichts in Stein gemeißelt ist. Entscheidungen können schnell getroffen werden, und manchmal läuft alles anders als geplant. Ja, manchmal ist das Leben einfach wie ein Überraschungsei – man weiß nie, was man bekommt!