In Bad Tölz-Wolfratshausen dreht sich alles um den Naturschutz – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Hier, an der malerischen Isar, haben sich die Naturschutz-Ranger mit Landrat Ludwig Schmid getroffen, um über ihre wichtige Arbeit zu informieren und die Aufmerksamkeit der Besucher auf den sorgsamen Umgang mit der Natur zu lenken. Diese elf engagierten Ranger, die entlang der Isar und am wunderschönen Walchensee aktiv sind, haben ein gemeinsames Ziel: die Sensibilisierung der Menschen für den Naturschutz.
Man könnte sagen, sie sind die stillen Wächter der Natur, die nicht mit dem erhobenen Finger, sondern mit einem offenen Ohr und einem freundlichen Lächeln um Verständnis und Rücksicht bitten. Die Ranger sind keine Polizei – sie leisten präventive Arbeit, indem sie auf die bestehenden Verbote im Landschafts- und Naturschutzgebiet hinweisen. Campen und Feuermachen sind hier tabu, und Bootfahren an der Isar ist erst ab dem 1. Juni erlaubt. Ein wichtiger Hinweis, den man nicht vergessen sollte: Glasbehälter haben hier nichts zu suchen, denn die Gefahr von Verletzungen durch Scherben ist nicht zu unterschätzen.
Ein Blick in die Brutzeit
Besonders von Bedeutung ist die Brutzeit, die bis Mitte August andauert. In dieser Zeit gilt es, die Brutplätze der Vögel zu respektieren und gesperrte Bereiche zu beachten. Die Ranger machen darauf aufmerksam, dass Störungen in dieser sensiblen Phase ernsthafte Folgen für die Tierwelt haben können. Es ist erstaunlich, wie viele kleine Dinge wir im Alltag übersehen – und genau hier setzen die Ranger an. Sie organisieren Exkursionen für Schulklassen und thematische Wanderungen, um das Bewusstsein für den Naturschutz zu schärfen. Eine tolle Gelegenheit, um Kindern und Jugendlichen die Wunder der Natur näherzubringen!
Neu im Ranger-Team sind Roland Riedel und Max Off, die beide mit vollem Einsatz für den Natur- und Artenschutz arbeiten. Ihre frische Perspektive und ihr Engagement bringen sicherlich neuen Schwung in die bereits beeindruckende Arbeit der Ranger. Man merkt, dass die Gruppe ein starkes Team ist, das sich gegenseitig unterstützt und immer wieder neue Ideen entwickelt – wie die Kampagne „Naturschutz beginnt mit Dir“, die den Umweltschutz in den Fokus rückt.
Die Ausbildung der Ranger
Doch was macht einen Ranger aus? Laut dem Bundesverband Naturwacht e.V. sind starke Persönlichkeiten mit sozialen Kompetenzen gefragt. Authentizität spielt dabei eine große Rolle, ebenso wie die Identifikation mit der Region und ein umfangreiches Fachwissen. Team- und Konfliktfähigkeit sind ebenso wichtig wie rhetorische und handwerkliche Fähigkeiten. Eine hohe Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung ist unerlässlich. Der Beruf des Geprüften Natur- und Landschaftspflegers (GNL) ist der häufigste unter den Rangern in Deutschland und erfreut sich seit der staatlichen Anerkennung durch die Fortbildungsverordnung im Jahr 1998 großer Beliebtheit.
Die Zulassung zur GNL-Prüfung setzt eine Herkunft aus einem „grünen“ Beruf – wie beispielsweise Fortwirt oder Landwirt – voraus, doch es gibt auch eine Seiteneinstiegsklausel, die anderen Berufsgruppen den Zugang zur Prüfung ermöglicht. Fortbildungen werden über verschiedene Lehreinrichtungen der Land- und Forstwirtschaft oder Naturschutzakademien angeboten. Zudem bietet die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde einen Bachelor-Studiengang „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ an, der auf die Aufgaben von Schutzgebietsbetreuern vorbereitet. Wer sich für den Naturschutz begeistert, findet hier also zahlreiche Wege, sich zu engagieren und weiterzubilden.
Für mehr Informationen zur Arbeit der Ranger und zu den Verhaltensregeln in den Schutzgebieten lohnt sich ein Besuch der Website www.dein-toelzer-land.de. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, gemeinsam für den Erhalt unserer Natur einzutreten!