Am Donnerstag, dem 19. Februar, wird der öffentliche Nahverkehr in Augsburg von einem Warnstreik massiv betroffen sein. Die Gewerkschaft Verdi hat alle Beschäftigten im Tarifvertrag des Nahverkehrs (TV-N) zu ganztägigen Streiks aufgerufen. Dies betrifft das Fahrpersonal, Mitarbeitende in Werkstätten sowie die Verkehrslenkung der Stadtwerke Augsburg (swa). Aufgrund dieser Maßnahme ist zu erwarten, dass Busse und Trams der swa voraussichtlich nur sporadisch verkehren werden. Die Stadtwerke warnen, dass der Nahverkehr möglicherweise stark eingeschränkt oder sogar gänzlich eingestellt werden könnte. Fahrgäste werden daher gebeten, auf alternative Verkehrsmöglichkeiten wie die AVV-Buslinien oder Regionalbahnen auszuweichen (Neue Szene).

Die Streikmaßnahmen sind Teil einer größeren Aktion, die von Verdi in mehreren Städten Bayerns ausgeweitet wird. Grund für die Warnstreiks ist, dass die Arbeitgeber kein verbessertes Angebot in den laufenden Tarifverhandlungen vorgelegt haben. Neben Augsburg sind auch die Städte Regensburg, Passau, Landshut und Bamberg betroffen. In Augsburg wird der öffentliche Nahverkehr am Donnerstag ganztägig stillstehen. Die Erfahrungen eines vorherigen Warnstreiks zeigen, dass von 76 Straßenbahnen lediglich 7 im Einsatz waren, was die Schwere der Situation verdeutlicht. Während einige Stadtteillinien wie die 21 (Bärenkeller) und 38 (Göggingen/Inningen/Bergheim) möglicherweise von externen Subunternehmern bedient werden können, bleibt eine Verlagerung externer Busse auf die bestreikten Hauptlinien ausgeschlossen. Die Stadtwerke Augsburg empfehlen den Fahrgästen, alternative Fortbewegungsmittel zu nutzen (Augsburger Allgemeine).

Hintergrund der Streiks

Die Gewerkschaft ver.di führt aktuell bundesweite Tarifverhandlungen für Beschäftigte in rund 150 kommunalen Unternehmen. Diese Verhandlungen betreffen eine Vielzahl von Städten und Landkreisen, einschließlich der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Die Flächentarifverträge für die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in 15 Bundesländern wurden gekündigt. In diesem Zusammenhang äußern Beschäftigte wie Andre Page, ein Mechaniker aus Dortmund, und Ronny Schlie, ein Busfahrer und Betriebsratsvorsitzender, ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, kürzeren Arbeitszeiten und mehr Personal. Die Gewerkschaft kritisiert außerdem die unzureichende Finanzierung des ÖPNV durch die Politik, was die Personalressourcen an die Grenze bringt (ver.di).

Die aktuellen Forderungen von Verdi umfassen eine Gehaltserhöhung von rund 670 Euro pro Monat sowie eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die Arbeitgeber hingegen halten diese Forderungen für zu kostspielig und nicht umsetzbar. Die Situation im ÖPNV ist angespannt, und weitere Streiks sind bereits angekündigt, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Mehrheit der kommunalen ÖPNV-Unternehmen unterliegt den Tarifverträgen des Nahverkehrs (TV-N), wobei die Entgeltentwicklung in vielen dieser Verträge an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gekoppelt ist.