Die Pfarrkirche St. Michael in Hofstetten hat eine bewegte Geschichte, die bis ins Jahr 1857 zurückreicht. Damals wurde sie feierlich eingeweiht und ersetzte einen baufälligen Vorgängerbau. Ein echter Glücksgriff, denn der gotische Turm des alten Gebäudes ist bis heute erhalten geblieben. Aber das ist noch nicht alles! Nach einer Innenrenovierung in den frühen 2000er Jahren erstrahlte die Kirche 2003 unter der Leitung von Dr. Bertram Meier in neuem Glanz und wurde feierlich wiedereröffnet. Diese Kirche ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein kulturelles Erbe, das die Geschichte der Region widerspiegelt.

Im Zentrum der liturgischen Feierlichkeiten stehen der Altar und der Ambo. Beide wurden vom talentierten Bildhauer Thomas Link aus Waal geschaffen. Der Altar, als Tisch des Wortes, ist nicht nur ein einfacher Ort der Gottesdienste. Er ist der Ort, an dem Gott in der Eucharistie konkret erfahrbar wird. Dies wird von Bischof Bertram in seiner Predigt eindrucksvoll unterstrichen, indem er betont, dass die Texte der Bibel als Wort Gottes zu den Menschen sprechen. Die Eucharistiefeier wird nicht bloß als Erinnerung an Jesu Leiden, Tod und Auferstehung verstanden; sie ist vielmehr eine lebendige Verbindung zu den Ereignissen vor 2000 Jahren in Jerusalem.

Symbolik von Altar und Ambo

Der Altar hat in der christlichen Tradition eine ganz besondere Bedeutung. Er leitet sich vom lateinischen Wort „adolere“ ab, was so viel wie „brennen“ bedeutet. Ursprünglich war er der Ort für Tieropfer im alttestamentlichen Judentum. Heute ist er der Tisch der eucharistischen Mahlgemeinschaft und erinnert an die Vergegenwärtigung des Todes und der Auferstehung Christi. Im Christentum gibt es keine weiteren Opfer, denn Jesus Christus hat sich einmalig dargebracht. Interessanterweise wurden Altäre schon im frühen Christentum über den Gräbern von Märtyrern errichtet. Diese Tradition hat einen tiefen symbolischen Wert und verbindet die Gläubigen mit den Heiligen, deren Reliquien oft in den Altarstein eingesetzt sind.

Der Ambo, von dem aus das Wort Gottes verkündet wird, steht ebenfalls im Mittelpunkt der liturgischen Zeremonien. Ursprünglich war der Ambon in der Hagia Sophia in Konstantinopel eine Plattform, die für das Lesen des Evangeliums und das Sprechen von Litanien genutzt wurde. In vielen Kirchen ist der Ambo ausschließlich dem Klerus zugänglich, während Gläubige ihn betreten dürfen, um die Heilige Kommunion zu empfangen. Bei besonderen Zeremonien, wie der Kirchweihe von Frauen, wird das neugeborene Kind auf den Ambon gebracht – eine berührende Tradition, die das Band zwischen den Generationen symbolisiert.

Künstlerische Gestaltung und Material

Die künstlerische Gestaltung von Altar und Ambo in St. Michael orientiert sich am Tabernakel in Hofstetten. Für die Ausführung verwendete Thomas Link italienischen Botticino-Marmor, der die Eleganz und Erhabenheit des neuromantischen Hochaltars unterstreicht. Es ist einfach beeindruckend, wie das Zusammenspiel von Materialien und Formen eine Atmosphäre schafft, die sowohl zum Staunen als auch zum Gebet einlädt. Der Altar ist oft aus Naturstein gefertigt und wird in vielen Kirchen so gestaltet, dass er im Raum steht. Das hat einen tieferen Sinn – es soll die Einheit der Gemeinde mit Jesus Christus verdeutlichen.

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Die Reliquien der Heiligen, wie die hl. Agatha und der hl. Severin, die im Altar beigesetzt sind, erden das himmlische Geschehen und bringen einen Hauch von Ewigkeit in den Gottesdienst. Bischof Bertram hebt die jahrhundertelange Verehrung dieser Heiligen hervor und zeigt damit, wie tief verwurzelt der Glaube in der Geschichte der Kirche ist.

So fügt sich alles zusammen: Altar und Ambo sind nicht nur liturgische Elemente, sondern auch Symbole für die Gemeinschaft, die Gläubigen und die Verbindung zur Geschichte des Glaubens. Sie laden ein, Teil einer Tradition zu werden, die über die Jahrhunderte hinweg Bestand hat – und das in einem wunderschönen Rahmen, der zum Verweilen und Nachdenken anregt.