In Augsburg gibt es Grund zur Freude! Das Faktencheck-Format „Augsburg checkt’s“ hat beim Digital Media Award des Weltverbands der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) ordentlich abgeräumt. In der Kategorie „Beste Maßnahme gegen Desinformation“ wurde es als regionaler Gewinner in Europa ausgezeichnet. Man könnte sagen, das Projekt gehört zu den besten Faktencheck-Initiativen weltweit. Und das alles hat seinen Ursprung in der Günter Holland Journalistenschule, die Volontärinnen und Volontäre der Mediengruppe Pressedruck ausbildet.
Die Mediengruppe Pressedruck, zu der unter anderem die Augsburger Allgemeine, die Main-Post, der Südkurier und die Allgäuer Zeitung gehören, hat mit dieser Initiative ein wichtiges Ziel verfolgt: Die Menschen im Umgang mit Fakten zu schulen. Mit Partnern wie der Augsburger Allgemeine, der Deutschen Presse-Agentur, der Stadt Augsburg und den Stadtwerken Augsburg wurde vor der Kommunalwahl eine beeindruckende Anzahl von über 140 Faktenchecks digital veröffentlicht. Diese Checks wurden mithilfe von QR-Codes in Bürgerbüros, Schulen und im öffentlichen Nahverkehr zugänglich gemacht. Ein cleverer Schachzug, um verlässliche Informationen genau dort sichtbar zu machen, wo sie gebraucht werden.
Innovativer Ansatz gegen Desinformation
Die Jury hat den innovativen Ansatz des Projekts besonders gewürdigt, da er das Vertrauen in verlässliche Informationen stärkt. Und das ist heutzutage wichtiger denn je! Die Medienhäuser planen sogar, „Augsburg checkt’s“ bundesweit zu übernehmen und in weiteren Städten zu implementieren. Das zeigt, wie relevant und notwendig solche Initiativen sind, um der Flut an Falschinformationen entgegenzuwirken.
Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus: Am 5. Dezember fand in Berlin eine Faktencheck-Fachtagung statt, die von CORRECTIV veranstaltet wurde. Rund 70 Teilnehmer aus Journalismus, Forschung, Medienbildung und Aufsicht waren dabei. Die Diskussionen drehten sich um die Herausforderungen im Kampf gegen Desinformation, während gleichzeitig ein EU-Urteil gegen X (ehemals Twitter) wegen Transparenzmängeln bekannt wurde. Ein ernstes Thema, das uns alle betrifft.
Starke Netzwerke sind notwendig
Caroline Lindekamp, Director von CORRECTIV.Faktencheck, betonte, wie wichtig starke Netzwerke im Kampf gegen Falschinformationen sind. In einem Zeitalter, in dem Mark Zuckerberg das Ende des Faktencheckprogramms in den USA angekündigt hat, ist der Einsatz für verlässliche Informationen umso dringlicher. Die Fachtagung, die bereits zum dritten Mal im Rahmen des German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO) organisiert wurde, fungierte als Plattform für Austausch und Kooperationen. Hier diskutierte man über die Rolle von Tech-Plattformen und die europäische Regulierung, besonders im Kontext des Digital Services Act (DSA).
Die Erkenntnisse der Tagung sind klar: Plattformen erfüllen die Vorgaben des DSA nicht ausreichend, und freiwillige Maßnahmen zur Bekämpfung von Desinformation haben abgenommen. Themen wie Desinformationskampagnen, die Rolle von KI im Faktencheck und die Bedeutung von Medienkompetenz wurden ausführlich behandelt. Es ist einfach notwendig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam Standards entwickeln. In einer Zeit, in der Emotionen entscheidend für das Informationsverhalten sind, ist diese Zusammenarbeit unerlässlich.
So, während Augsburg mit „Augsburg checkt’s“ einen Schritt in die richtige Richtung macht, bleibt die Frage: Wie können wir als Gesellschaft sicherstellen, dass wir auch in Zukunft gegen den Strom an Desinformation ankämpfen? Die Antwort liegt vielleicht in der Stärkung unserer Netzwerke und der kontinuierlichen Sensibilisierung der Menschen für den Umgang mit Informationen. Ein spannendes Thema, das uns noch lange beschäftigen wird.