Am 12. Mai, einem Tag, der den Pflegekräften gewidmet ist, hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach eindringlich darauf hingewiesen, wie wichtig diese Berufsgruppe für unsere Gesellschaft ist. Pflegekräfte, das sind die stillen Helden, die jeden Tag ihr Bestes geben, oft unter schwierigen Bedingungen. Und genau hier setzt die bayerische Politik an: Die Attraktivität des Pflegeberufs soll gesteigert werden, damit mehr Menschen diesen wichtigen Weg einschlagen. Es ist an der Zeit, dass wir den Menschen, die sich um unsere Lieben kümmern, die Wertschätzung und die Rahmenbedingungen bieten, die sie verdienen!

In einem bahnbrechenden Modellprojekt, das über die Jahre 2023 und 2024 gefördert wird, stehen rund 5,7 Millionen Euro bereit, um innovative Springerkonzepte in 65 Langzeitpflegeeinrichtungen zu erproben. Diese Konzepte ermöglichen ein geregeltes Einspringen bei Personalausfällen und tragen dazu bei, verlässliche Dienstpläne aufzustellen. Eine solche Planung ist nicht nur für die Pflegekräfte selbst wichtig – sie kommt auch den Pflegebedürftigen zugute, die auf Kontinuität und Vertrautheit angewiesen sind. Die Ergebnisse eines Gutachtens der Hochschule Kempten zeigen, dass diese Konzepte nicht nur die Belastungen der Pflegekräfte verringern können, sondern auch die Inanspruchnahme von Leiharbeit reduzieren. Ein echter Gewinn für alle Beteiligten!

Förderung der Pflegeausbildung

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Jahr 2020, die darauf abzielt, Nachwuchskräfte in allen Versorgungsbereichen – sei es in der Krankenpflege, Altenpflege oder Kinderkrankenpflege – einsetzbar zu machen. Die Ausbildung soll dazu führen, dass mehr junge Menschen für diesen Beruf gewonnen werden. Damit wird ein wertvoller Grundstein gelegt, um dem akuten Personalmangel in der Pflege entgegenzuwirken. Denn die Realität sieht leider anders aus: Über 100.000 Vollzeitstellen fehlen in den deutschen Krankenhäusern, und die Arbeitsbedingungen sind trotz der erhöhten Aufmerksamkeit während der Corona-Krise alles andere als zufriedenstellend.

Das Förderprogramm „Pflege im sozialen Nahraum – PflegesoNah“ ist ein weiterer Baustein, der von 2020 bis 2025 mit fast 73 Millionen Euro unterstützt wird. Hierbei werden über 1.900 Tagespflege-, 320 Kurzzeitpflege- und 18 Nachtpflegeplätze gefördert. Diese Maßnahmen sind essenziell, um den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen gerecht zu werden und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern. Die Unterstützung durch 59 bayerische Pflegestützpunkte, die Beratung zu Fragen rund um die Pflege anbieten, rundet das Angebot ab.

Einzigartiges Netzwerk für pflegende Angehörige

Besonders hervorzuheben ist das deutschlandweit einzigartige Netzwerk von rund 100 Fachstellen für pflegende Angehörige. Diese Anlaufstellen haben sich als wertvolle Unterstützer für die Angehörigen von Demenzbetroffenen etabliert. Zusätzlich gibt es eine „Online-Demenzsprechstunde“, die speziell für pflegende Angehörige mit Beratungsbedarf eingerichtet wurde. Über 3.650 anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag stehen bereit, viele davon gefördert vom Bayerischen Gesundheitsministerium. Es ist beeindruckend zu sehen, dass über 12.400 ehrenamtlich tätige Einzelpersonen sich in diesem Bereich engagieren. Sie sind die wahren Heldinnen und Helden des Alltags!

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Dennoch bleibt festzuhalten, dass es in Deutschland einen anhaltenden Pflegenotstand gibt. Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen sind nicht nur mangelhaft, sie sind oft auch untragbar. Es ist kein Geheimnis, dass viele Pflegekräfte wegen unzureichender Entlohnung und des hohen Drucks aus dem Beruf aussteigen. Eine Umfrage zeigt, dass 86 % der Deutschen eine öffentliche Investitionsoffensive im Gesundheits- und Pflegebereich befürworten – ein klares Signal, dass die Gesellschaft hinter den Pflegekräften steht!

Um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern, bedarf es nicht nur innovativer Konzepte wie den Springerkonzepten, sondern auch einer grundsätzlichen Reform des Gesundheitssystems. Der Fachkräftemangel ist real, und wir müssen endlich handeln, um zu verhindern, dass unser Gesundheitssystem in eine Unterversorgung abdriftet. Denn wenn sich bis 2030 nichts ändert, könnte die Versorgungslage dramatisch werden. Das ist nicht nur eine Herausforderung für die Politik, sondern auch für uns alle.