Heute ist der 22.05.2026 und in Aschaffenburg stehen große Veränderungen an, die nicht nur die Region, sondern auch die Wasserstraßeninfrastruktur Deutschlands betreffen. STRABAG und ZÜBLIN haben den Zuschlag für den Ersatzneubau der Schleuse Erlangen am Main-Donau-Kanal erhalten. Ein Projekt, das mit einem Auftragsvolumen von rund 380 Millionen Euro aufwarten kann – das klingt schon nach einer ganz schönen Summe! Der Auftraggeber, das Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg (WNA), hat sich für diese Entscheidung nicht leicht getan. Schließlich ist die bestehende Schleuse seit den 1970er Jahren in Betrieb und eine Instandsetzung der alten Schleuse ist technisch einfach nicht mehr möglich.
Aber wo Licht ist, da gibt’s auch Schatten – oder besser gesagt, eine neue Schleuse! So wird die neue Schleusenkammer 300 Meter nördlich der alten entstehen, mit einer Breite von 12,50 Metern und einer Länge von 190 Metern. Die Bauweise wird als Massivbau mit möglichst wenigen Fugen konzipiert, was die Langlebigkeit erhöht. Das gesamte Projekt umfasst den kompletten Schleusenkomplex, einschließlich des Einlaufbauwerks, Oberhaupts, der Schleusenkammer, des Auslaufbauwerks, des Sparbeckens und des Leerschusses. Letzterer ermöglicht eine parallele Wasserbewirtschaftung des Kanals – eine ökologische Planung, die rund 60 Prozent Wasser pro Schleusung spart. Einfach genial, oder?
Wasserstraßen – Lebensader für den Handel
Man könnte fast meinen, Wasserstraßen seien die geheimen Lebensadern des Handels in Deutschland und Europa. Sie sind unverzichtbar für den Transport großer Warenmengen. Dabei ist der Investitionsbedarf in die Ertüchtigung dieser Wasserstraßen enorm. Tatsächlich ist es so, dass 32 % der Schleusen und 28 % der Wehre in Deutschland älter als 100 Jahre sind! Das bringt uns zur Frage: Wie lange können wir uns noch auf diese alten Strukturen verlassen? Viele der verkehrswasserbaulichen Anlagen benötigen umfassende Instandsetzungen oder gar Neubauten – und das oftmals mitten im laufenden Schiffsbetrieb. Ein echtes Balanceakt, sozusagen.
Die BAW (Bundesanstalt für Wasserbau) hat die wichtige Aufgabe, eine realitätsnahe Beurteilung der vorhandenen Bauwerke vorzunehmen. Ziel ist es, Daten zu sammeln, die für fundierte Entscheidungen nötig sind, und Lösungen zu entwickeln, um die Maßnahmen entsprechend zu priorisieren. Denn die wasserwirtschaftlichen und ökologischen Ansprüche an die Infrastruktur haben sich gewandelt. Und so wird der Neubau der Schleuse Erlangen nicht nur ein technisches, sondern auch ein ökologisches Projekt, das zukunftsorientiert denkt.
Die Zukunft im Blick
Die Bauzeit für den Neubau der Schleuse ist bis 2033 angesetzt. In dieser Zeit bleibt der Main-Donau-Kanal uneingeschränkt in Betrieb – eine tolle Nachricht für alle, die auf den Wasserverkehr angewiesen sind. Die alte Schleuse wird erst nach der Fertigstellung des Neubaus ersetzt. Das bedeutet, dass wir in den nächsten Jahren Zeugen eines spannenden Wandels werden dürfen, der die Wasserstraßeninfrastruktur Deutschlands auf ein neues Level hebt. Und wer weiß, vielleicht wird die neue Schleuse Erlangen ja schon bald ein beliebtes Ziel für Schiffsbesatzungen und Technikinteressierte – ein Ort, an dem Geschichte und Zukunft Hand in Hand gehen.