In der letzten Zeit hat eine kleine, aber bemerkenswerte Kreatur die Gemüter in Bayern bewegt. Es handelt sich um die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum), die sich nicht nur in Aschaffenburg, sondern auch in Nürnberg und Hösbach niedergelassen hat. Erstaunlicherweise wurde diese Ameisenart in Nürnberg bereits im Jahr 2024 auf privaten Grundstücken gesichtet. Nach einer kurzen Ruhepause im Jahr 2025 sind sie nun wieder aufgetaucht – und zwar in einem privaten Garten. Die Entdeckung sorgt für Aufregung, denn diese Ameise ist alles andere als harmlos.

Die Große Drüsenameise hat sich als wahrer Überlebenskünstler erwiesen und kann, wie es scheint, die heimische Biodiversität erheblich stören. Sie verdrängt andere Insekten, was nicht nur die Flora und Fauna vor Ort beeinträchtigt, sondern auch die Menschen in den betroffenen Gebieten vor Herausforderungen stellt. Obwohl bislang keine konkreten Schäden an Mauern gemeldet wurden, gibt es Hinweise darauf, dass sie in der Lage ist, Mauern zu unterhöhlen – besonders auf Friedhöfen, wo sie sich durch die Erde wühlen.

Eine Ameise mit Macht

Die Große Drüsenameise ist im Mittelmeerraum heimisch und wurde erstmals 2009 in Deutschland entdeckt. Seitdem breitet sie sich zunehmend aus, insbesondere in sonnigen, trockenen und versiegelten Bereichen. Man könnte fast sagen, sie hat einen unstillbaren Appetit auf Platz und Ressourcen. Diese Ameisen bilden gigantische Superkolonien mit über einer Million Arbeiterinnen und mehreren hundert Königinnen – ein wahres Ameisenimperium! Diese Flächen können bis zu einem Hektar groß werden. Wenn man bedenkt, dass sie sogar bis in den Dezember aktiv sind, wird klar, dass sie sich nicht so leicht vertreiben lassen.

Ein weiteres Problem: Die Große Drüsenameise hat es sich zur Aufgabe gemacht, heimische Ameisenarten zu vertreiben und Nützlinge wie Marienkäferlarven anzugreifen. Man weiß, dass sie Blattläuse pflegen, was das Gleichgewicht in Gärten und auf Feldern empfindlich stören kann. Typisch für diese Ameise sind breite, mehrspurige Ameisenstraßen und die einheitlich schwarze Farbe ohne rotbraune Beine. Ein echter Hingucker, aber in diesem Fall ist das nicht unbedingt positiv.

Hilfe naht – aber vorsichtig!

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat reagiert und eine Fachfirma aus Darmstadt mit der Bekämpfung beauftragt. Dabei wird jedoch zu Recht darauf hingewiesen, dass Privatpersonen vorsichtig sein sollten. Der Einsatz von Insektiziden kann nicht nur das Grundwasser belasten, sondern auch nützliche Insekten schädigen. Stattdessen empfiehlt das LfU die Verwendung heimischer Pflanzen im Gartenbau. Das klingt fast nach einem kleinen Aufruf zum Umdenken: Mit mehr heimischen Pflanzen könnte man das Risiko invasiver Arten verringern und gleichzeitig die lokale Artenvielfalt fördern.

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Es gibt einige vielversprechende Bekämpfungsmöglichkeiten. Nematoden, wie beispielsweise Steinernema feltiae, haben sich als effektiv erwiesen, müssen aber abends ausgebracht werden, da sie empfindlich auf UV-Licht reagieren. Kombiniert man diese mit Kieselgur, könnte das die Lösung sein! Chemische Mittel mit Inhaltsstoffen wie Spinosad oder Fipronil sind ebenfalls im Gespräch, sollten aber mit Bedacht eingesetzt werden. Hausmittel wie das Absaugen oder das Gießen mit kochendem Wasser sind eher begrenzt wirksam – irgendwie eine frustrierende Erkenntnis.

Die Herausforderung invasiver Arten

Die Große Drüsenameise ist nicht allein auf weiter Flur. In Deutschland gibt es über 1.000 registrierte Neobiota-Arten, die sich etabliert haben, darunter auch viele invasive Arten, die einheimische Ökosysteme bedrohen. Laut dem IPBES-Bericht sind weltweit über 37.000 gebietsfremde Arten erfasst, und mehr als 3.500 davon gelten als invasiv. Mit der Klimakrise wird zudem eine verstärkte Ausbreitung nicht heimischer Arten erwartet. Die Herausforderungen, die uns durch diese kleinen Schädlinge bevorstehen, sind also groß.

Immer wieder wird auf die Bedeutung der Meldung von Funden bei den zuständigen Behörden hingewiesen – auch wenn keine allgemeine Meldepflicht besteht. Man fragt sich, wie viele von uns vielleicht schon unbewusst zur Verbreitung dieser Ameisen beigetragen haben, indem wir Pflanzen importiert oder Gärten angelegt haben, ohne über die Folgen nachzudenken. Die Natur ist ein fragiles System, und jede Veränderung kann weitreichende Konsequenzen haben.

In jedem Fall bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Bayern weiterentwickelt. Eines ist sicher: Die Große Drüsenameise wird uns noch eine Weile beschäftigen. Vielleicht ist es an der Zeit, unsere Gärten und Landschaften neu zu überdenken und auf das zurückzugreifen, was uns die Natur eigentlich bietet – ohne invasive Überraschungen.

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