Die Welt der Spielwaren ist derzeit in Bewegung. Rofu Kinderland, der bekannte Spielwaren-Händler aus Rheinland-Pfalz, hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. In einem Land mit über 100 Filialen und etwa 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das natürlich ein großes Thema. Die Situation könnte durchaus dramatisch erscheinen, aber es gibt auch Lichtblicke: Ein Investor wurde gefunden. Am 24. April 2026 unterzeichnete die Kids & School Holding GmbH den Kaufvertrag, um Rofu eine neue Richtung zu geben.

Die Aufregung um die bevorstehenden Veränderungen ist spürbar. Von den über 100 Filialen werden 77 weiterhin geöffnet bleiben, während 27 Standorte geschlossen werden müssen. Der Räumungsverkauf in den betroffenen Filialen läuft bereits seit Anfang Mai und soll bis Juli abgeschlossen sein. Es ist ein trauriger Abschied für rund 330 Mitarbeiter, die ihre Jobs verlieren – und das betrifft vor allem Teilzeitkräfte und Aushilfen. In der Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach sieht es besser aus: Über 80 der rund 360 Mitarbeiter werden übernommen.

Neustart nach Turbulenzen

Das Außenlager in Ramstein, das etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt, wird ebenfalls geschlossen. Doch trotz dieser Herausforderungen bleibt Rofu optimistisch. Das Unternehmen plant, ab August 2026 wieder eigenständig zu arbeiten und das Insolvenzverfahren abzuschließen. Das Management betont, dass die Investorenlösung entscheidend für den langfristigen Erhalt des Unternehmens ist. Achim Weniger, der geschäftsführende Gesellschafter, bringt viel Branchenerfahrung mit und sieht großes Potenzial für die Weiterentwicklung von Rofu.

Die aktuellen Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Rofu leidet unter einer Konsumzurückhaltung und der starken Konkurrenz durch den Online-Handel. In dieser Zeit ist es umso wichtiger, dass der Geschäftsbetrieb in den Filialen weiterhin läuft. Die Gehälter werden aus laufenden Einnahmen bezahlt, was für die Mitarbeiter eine gewisse Sicherheit bietet. Michael Fuchs bleibt dem Unternehmen in den kommenden Wochen zur Verfügung, während Michael Edl bereits aus der Geschäftsführung ausgeschieden ist. Ein weiterer Aspekt: Ein Insolvenzplan wird erstellt, um einen Vergleich mit den Gläubigern zu erreichen.

Standorte in der Übersicht

Eine offizielle Liste der geschlossenen Filialen gibt es nicht, aber einige Standorte wurden durch Lokalmedien bestätigt. Unter den betroffenen Städten finden sich:

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  • Eschweiler (NRW)
  • Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz)
  • Birkenfeld (Rheinland-Pfalz)
  • Günzburg (Bayern)
  • Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt)
  • Neuburg an der Donau (Bayern)
  • Schlüchtern (Hessen)

Insgesamt bleiben rund 1.120 Arbeitsplätze erhalten. Das ist ein kleiner Lichtblick in einer doch herausfordernden Zeit. Das Management bleibt im Amt und wird von Sanierungsspezialisten unterstützt, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Ein Blick in die Zukunft

Rofu Kinderland ist seit über 40 Jahren in der Branche und hat sich als führender Spielwaren- und Babyfachmarkt im Südwesten Deutschlands etabliert. Die Herausforderungen des Marktes sind nicht neu, aber der Wille, diese zu meistern, ist stark. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich das Unternehmen in den kommenden Monaten entwickeln wird, besonders mit dem Fokus auf den Erhalt der Filialen und die Rückkehr zur Eigenständigkeit.

Für alle, die in den kommenden Wochen einen Besuch in einer der Rofu-Filialen planen: Der Räumungsverkauf könnte die letzte Chance sein, die ein oder andere Spielzeugperle zu ergattern. Und wer weiß – vielleicht wird Rofu bald wieder in alter Stärke erstrahlen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!