Die Nachricht über die Insolvenz von Rofu Kinderland hat in den letzten Wochen für reichlich Aufregung gesorgt. Der Spielwaren-Händler aus Rheinland-Pfalz, der über 100 Filialen in sieben Bundesländern betreibt und rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt, hat mit einer schweren Krise zu kämpfen. Am 19. Januar wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, und jetzt, nach drei Monaten, wurde endlich ein Investor gefunden: die Kids & School Holding GmbH. Doch die Freude darüber wird von den bevorstehenden Schließungen und Entlassungen überschattet.

Insgesamt werden von den 104 Rofu-Filialen nur 77 weitergeführt. Das bedeutet, dass 27 Standorte dichtgemacht werden müssen, was eine bittere Pille für viele Mitarbeiter und Kunden darstellt. Rund 330 Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren, wobei mehr als drei Viertel davon Teilzeitkräfte und Aushilfen sind. Dies betrifft nicht nur die Angestellten, sondern auch die treuen Kunden, die oft seit Jahren in die Filialen kommen. Der Räumungsverkauf in den geschlossenen Filialen ist seit Anfang Mai im Gange und soll bis Juli abgeschlossen sein. Ein echter Ausverkauf, der für viele eine letzte Chance bietet, ihre Lieblingsspielzeuge zu ergattern.

Betroffene Standorte und die Situation vor Ort

Die Schließungen betreffen zahlreiche Städte in Deutschland. Besonders in Bayern gibt es mehrere Filialen, die geschlossen werden – darunter Königsbrunn, Nördlingen, Donauwörth, Neuburg an der Donau, Günzburg, Senden und Weißenburg. Im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben werden nur drei Standorte erhalten bleiben: Kempten, Kaufbeuren und Weilheim in Oberbayern. Die Entscheidung über die Schließungen basiert auf betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, der Attraktivität der Standorte und der Wettbewerbssituation, die durch den boomenden Online-Handel nicht gerade einfacher geworden ist.

Rofu Kinderland ist seit 40 Jahren im Spielwarenhandel aktiv und bietet nicht nur Spielzeuge, sondern auch Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets, Puzzles und Gesellschaftsspiele an. Die Schließungen sind ein weiterer Beweis dafür, wie stark der Einzelhandel unter der Konsumzurückhaltung und dem Druck durch den Online-Handel leidet. Immer mehr Geschäfte verschwinden aus unseren Innenstädten, und die Menschen müssen sich auf die veränderten Gegebenheiten einstellen.

Ein neuer Anfang?

Obwohl die Situation angespannt ist, gibt es auch einen Lichtblick: Rofu plant, ab August wieder eigenständig zu arbeiten und das Insolvenzverfahren abzuschließen. In der Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach werden über 80 der rund 360 Mitarbeiter übernommen, und das Außenlager in Ramstein wird zwar geschlossen, aber insgesamt bleiben etwa 1.120 Arbeitsplätze erhalten. Das gibt den verbleibenden Mitarbeitern und den treuen Kunden einen kleinen Hoffnungsschimmer.

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Rechtsanwalt Marcus Katholing von der Pluta Management GmbH leitet die Restrukturierung zusammen mit der Geschäftsführung von Rofu. Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Unternehmen wieder auf die Beine zu stellen. Der Druck ist hoch, und die Herausforderungen sind vielfältig, doch vielleicht gelingt es Rofu, sich neu zu erfinden und wieder stärker im Markt aufzutreten.

In einem Klima, in dem viele Einzelhändler Schwierigkeiten haben, ist die Situation von Rofu Kinderland nicht einzigartig. Tausende Geschäfte verschwinden aus deutschen Innenstädten, und die Zukunft des stationären Handels bleibt ungewiss. Die Frage ist, ob Rofu den Sprung ins digitale Zeitalter schaffen kann, um gegen die Konkurrenz zu bestehen und die Kunden zurückzugewinnen.