In der bunten Welt der Spielwaren gibt es zurzeit weniger Grund zum Feiern. Rofu Kinderland, ein vertrauter Name im Spielwarenhandel, hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Unternehmen, das seit 40 Jahren im Geschäft ist und mehr als 100 Filialen in sieben Bundesländern betreibt, hat die schwierigen Zeiten des Konsumverhaltens und den Druck des Online-Handels zu spüren bekommen. Rund 2000 Mitarbeiter zählen zum Rofu-Team, doch nun stehen einige vor einer ungewissen Zukunft.
Am 24. April kam es dann zu einer Wendung: Die Kids & School Holding GmbH wurde als Investor gefunden, und der Kaufvertrag ist unterzeichnet. Ein Lichtblick in einem eher düsteren Szenario! Mit dieser Vereinbarung bleiben 77 der 104 Rofu-Filialen bestehen, während 27 Standorte ihre Türen für immer schließen müssen. Der Räumungsverkauf hat bereits Anfang Mai begonnen und soll bis Juli abgeschlossen sein. Hierbei verlieren etwa 330 Mitarbeiter ihren Job – die Mehrheit davon sind Teilzeitkräfte und Aushilfen.
Betroffene Standorte
Die Schließungen sind nicht nur ein wirtschaftlicher Einschnitt, sondern sie berühren die Herzen vieler Menschen in den betroffenen Städten. In Bayern sind die Schließungen besonders stark ausgeprägt: Königsbrunn, Nördlingen, Donauwörth, Neuburg an der Donau, Günzburg, Senden und Weißenburg müssen ihre Rofu-Filialen aufgeben. Im Regierungsbezirk Schwaben bleiben nur drei Standorte erhalten: Kempten, Kaufbeuren und Weilheim in Oberbayern. Die Auswahlkriterien für die Schließungen waren betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die Attraktivität der Standorte und die Wettbewerbssituation – ein harter Schnitt, der viele Familien betrifft.
Die lärmende Kasse, die sonst beim Spielzeugkauf klingelt, wird in den geschlossenen Filialen bald verstummen. Aber das Unternehmen gibt nicht auf. Ab August plant Rofu, wieder eigenständig zu arbeiten und hoffentlich das Insolvenzverfahren abzuschließen. Die Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach wird über 80 der 360 Mitarbeiter übernehmen, und das Außenlager in Ramstein wird jedoch geschlossen, was zusätzliche 60 Arbeitsplätze betrifft.
Die Zukunft von Rofu
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt entwickeln wird. Die Rückkehr zur Eigenständigkeit ist ein gewagter Schritt, doch mit der richtigen Strategie könnte Rofu Kinderland wieder auf die Beine kommen. Die Herausforderungen durch den Online-Handel und die sich verändernden Konsumgewohnheiten sind nicht zu unterschätzen. Rofu verkauft nicht nur Spielwaren, sondern auch Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets und Gesellschaftsspiele – eine breite Palette, die das Herz jedes kleinen und großen Spielzeugliebhabers höher schlagen lässt.
Man fragt sich, ob die Zeiten der großen Spielwarenläden bald der Vergangenheit angehören. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob das Unternehmen die Wende schaffen kann. Die Schließungen sind nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, sie sind auch der Verlust eines Teils der Gemeinschaft, die sich um die bunten Regale und die fröhlichen Gesichter der Kinder versammelt hat. Die Zukunft ist ungewiss, aber vielleicht ist das Ende von Rofu Kinderland noch lange nicht besiegelt.