Im bayerischen Leutershausen ist die Betroffenheit groß: Der erst sechs Monate alte Heiko wurde im Mai mit Leukämie diagnostiziert. Veränderungen in seinem Verhalten, wie weniger Lachen und Schlafprobleme, hatten die Eltern alarmiert. Nach einem Arztbesuch folgte die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs, die die Familie vor eine unvorstellbare Herausforderung stellt. Heiko benötigt dringend einen passenden Stammzellenspender, um seine Überlebenschancen zu sichern. Die Familie und ihre Freunde haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung zur Registrierung als Stammzellenspender zu mobilisieren.
Am 5. Juli 2025 findet daher eine Registrierungsaktion am Marktplatz und im Pfarrsaal von Herrieden statt, wo von 13 bis 16 Uhr die Möglichkeit besteht, sich als potenzieller Lebensretter eintragen zu lassen. Bei dieser Aktion werden auch Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis angeboten, begleitet von musikalischen Darbietungen der Bläserjugend des Musikvereins Neunstetten. Diese Aktionen haben sich als wichtige Stütze für die betroffene Familie erwiesen, die zurzeit im Krankenhaus ist und Heiko eine Chemotherapie durchläuft.
Stammzellenspende leicht gemacht
Die Registrierung als Stammzellenspender ist unkompliziert und kann online unter www.dkms.de/heiko erfolgen. Interessierte können in nur wenigen Minuten ihren Teil dazu beitragen, Helden wie Heiko zu helfen. Es stehen zwei Methoden der Stammzellenspende zur Verfügung: die periphere Stammzellentnahme und die Knochenmarkentnahme. Letztere wird seltener verwendet, trotzdem sind beide Methoden effektiv und auch sicher für die Spender.
- Periphere Stammzellentnahme: Über 90 % der Spenden erfolgen auf diesem Weg, wobei Stammzellen durch Apherese aus dem Blut gewonnen werden. Spender erhalten zuvor über fünf Tage ein Medikament, das die Herstellung von Stammzellen anregt. Die Entnahme dauert etwa 3 bis 5 Stunden und in der Regel können die Spender am selben Tag wieder nach Hause.
- Knochenmarkentnahme: Diese Methode kommt bei ca. 10 % der Spenden zum Einsatz und erfolgt unter Vollnarkose. Dabei wird ein Liter des Knochenmark-Blut-Gemisches aus dem Beckenkamm entnommen. Die meisten Spender verbringen ein bis zwei Übernachtungen im Krankenhaus.
Ein Aufruf zur Solidarität
Die betroffenen Familien sind nicht allein. In Leutershausen, Herrieden und der näheren Umgebung wird große Solidarität gezeigt – die Menschen möchten helfen und stehen hinter Heikos Familie. Die Mutter von Heiko appelliert an alle: „Bitte registriert euch! Damit erhöht ihr die Chance, dass wir einen passenden Spender finden.“ Diese Botschaft ist unüberhörbar und es bedarf nicht viel, um sich einen Platz als potenzieller Stammzellenspender zu sichern.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die Kraft der Gemeinschaft zeigt Dominik Schäffler, der vor kurzem ebenfalls als geeigneter Stammzellenspender ausgewählt wurde. Er hatte sich bereits vor einem Jahr registriert und war nun unter mehreren Kandidaten derjenige, der sich bereit erklärte, Leben zu spenden. Die DKMS ist auf Spenden angewiesen, um die Kosten für medizinische Betreuung, Reise und Arbeitsausfall ihrer Spender abzudecken. Gemeinsames Engagement kann Leben retten – jeder von uns kann Teil dieser wichtigen Aktion sein.
Sei es durch Registrierung, Helfen bei der Veranstaltung oder finanzielle Unterstützung, jeder Beitrag zählt, um Heiko und anderen betroffenen Kindern eine Chance auf ein gesundes Leben zu ermöglichen.