Heute, am 1. Mai 2026, beginnt in Kevelaer am Niederrhein die alljährliche Marienwallfahrt, die unter dem einladenden Motto „Raum geben“ steht. Diese besondere Wallfahrt hat eine lange Tradition und findet bereits seit rund 380 Jahren statt. Der Erzbischof von Paderborn, Udo Markus Bentz, wird die feierliche Eröffnung zelebrieren und somit den zahlreichen Gläubigen einen spirituellen Rahmen bieten.
Kevelaer hat sich als Deutschlands zweitgrößter Pilgerort etabliert, nur übertroffen von Altötting in Bayern. Während der Wallfahrtssaison, die bis zum 1. November andauert, werden Hunderttausende Besucher in der kleinen Stadt erwartet, die sich auf den Weg zur Gnadenkapelle mit dem Marienbild „Trösterin der Betrübten“ machen. Diese Kapelle ist das Hauptziel der Pilger und ein Ort der Besinnung und Hoffnung.
Das Motto „Raum geben“
Das diesjährige Motto „Raum geben“ ist nicht nur eine Einladung zur inneren Einkehr, sondern auch ein Aufruf, sich mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Es soll Fragen und Nöten in Bezug auf unser Sozialsystem, Klimafragen und die Weltpolitik Raum geben und zum Nachdenken anregen. In dieser Hinsicht ist die Wallfahrt mehr als nur ein religiöses Ereignis; sie wird zu einem Ort des Austauschs und der Reflexion.
Vielfältige Pilger-Treffen
Die Wallfahrt in Kevelaer bietet eine Vielzahl von Pilger-Treffen, die für jeden etwas bereithalten. Besonders hervorzuheben ist die Motorradwallfahrt, bei der rund 1.000 Motorradfahrer ihre Maschinen segnen lassen. Doch auch Fuß-, Rad- und Buswallfahrten sind Teil des Programms, das die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringt und Gemeinschaft fördert. Ein weiteres besonderes Event ist die Wallfahrt der Drehorgelspieler, die in der ersten Junihälfte stattfindet und das kulturelle Erbe der Region lebendig hält.
Wallfahrtsorte in Deutschland
Die Marienwallfahrt in Kevelaer reiht sich in eine lange Liste bedeutender Wallfahrtsorte in Deutschland ein. Nordrhein-Westfalen ist bekannt für seine zahlreichen Wallfahrten, darunter auch Aachen mit seiner Heiligtumsfahrt und die Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter Gottes in Bocholt. Auch in anderen Bundesländern, wie Bayern mit Altötting und der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, zieht es Gläubige in die spirituellen Zentren des Landes. Diese Orte bieten nicht nur religiöse Erlebnisse, sondern auch die Möglichkeit, in Gemeinschaft und Glaube zusammenzufinden.
Die Marienwallfahrt in Kevelaer wird also auch in diesem Jahr wieder ein Ort der Begegnung und des Glaubens sein, das nicht nur den Pilgern, sondern auch der gesamten Region eine besondere Bedeutung verleiht.