Heute, am 16. Mai 2026, wird die Region Augsburg-Land von einem beeindruckenden Schauspiel der Rettungskräfte durchzogen. Ab 7 Uhr morgens haben sich zahlreiche Teams auf dem Messeparkplatz Augsburg versammelt, um an einer großangelegten Übung teilzunehmen. Rund 60 Fahrzeuge von verschiedenen Hilfsorganisationen – darunter das Bayerische Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfallhilfe – machen sich bereit, die Straßen in Schwabmünchen zu durchqueren. Die Ankunft der Fahrzeuge ist für etwa 13 Uhr geplant. Das Ganze geschieht nicht ohne Grund: Es geht darum, das Fahren in einem geschlossenen Verband zu erlernen und zu perfektionieren. Ein wichtiger Bestandteil dieser Übung, denn im Ernstfall kann jede Sekunde entscheidend sein.
Die Fahrzeuge werden in drei Gruppen aufgeteilt und durch die Region fahren. Wer heute auf der B17 unterwegs ist, sollte sich auf einige Behinderungen einstellen. Geschlossene Verbände nutzen die linke Spur und müssen für Spurwechsel anhalten – das kann zu Verzögerungen führen. Aber nicht nur auf der B17, auch auf vielen Straßen in den Landkreisen Augsburg-Land, Aichach-Friedberg, Dillingen und Günzburg sind kurzfristige Behinderungen möglich. Die Verkehrsteilnehmer sind daher aufgefordert, besonders vorsichtig zu sein, wenn sie einem geschlossenen Verband begegnen. Diese Formationsfahrten sind nicht nur eine Übung, sondern auch eine Vorbereitung auf zukünftige Einsätze bei Großschadenslagen, wie es sie schon in der Vergangenheit gegeben hat – etwa während der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 oder im Landkreis Augsburg im kommenden Jahr.
Die Bedeutung geschlossener Verbände
Ein geschlossener Verband gilt als ein einziges Fahrzeug. Das klingt simpel, ist es aber nicht. Der Kolonnenführer hat die Erlaubnis, bei einem Ampelwechsel von grün auf gelb oder rot weiterzufahren. Dieses Wissen ist essenziell, um die Einsatzkräfte rechtzeitig am Zielort zu bündeln. Die geschulten Einsatzkräfte müssen sich aufeinander verlassen können, um nicht nur schnell, sondern auch sicher an ihr Ziel zu gelangen. Dies wird durch einen neuen Leitfaden, der mit Unterstützung mehrerer Institutionen, wie der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern, erarbeitet wurde, weiter gefördert. Der Leitfaden mit dem Titel „Marsch geschlossener Verbände“ bietet wertvolle Hinweise und Unterstützung für solche Einsätze.
Der Fokus liegt dabei auf der Sicherstellung einer vollständigen, rechtzeitigen und einsatzfähigen Ankunft der Fahrzeuge. In Großschadenslagen kann jede Minute zählen, und die richtige Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Der Leitfaden ist online verfügbar, damit alle Einsatzkräfte darauf zugreifen können und bestens vorbereitet sind. Das ist nicht nur für die Helfer wichtig, sondern auch für die Menschen, die im Notfall auf ihre Hilfe angewiesen sind.
Wenn man sich die vergangenen Formationsfahrten anschaut, wird deutlich, wie wichtig diese Übungen sind. Ob es um die Flutkatastrophe im Oderbruch oder die Hochwasserereignisse in Deggendorf geht, die Erfahrungen, die hier gesammelt werden, sind unbezahlbar. Jedes Mal lernen die Einsatzkräfte dazu – und auch die Menschen, die sie unterstützen, profitieren von diesem Wissen. Die Dringlichkeit, die bei den Übungen in der Luft liegt, ist spürbar. Jeder ist sich der Verantwortung bewusst, die auf seinen Schultern lastet. So wird heute nicht nur geübt, sondern auch ein Stück weit Geschichte geschrieben – für die Sicherheit und das Wohl der Gemeinschaft.