Aktuell sorgt ein silbriger Schleier für Aufsehen in den Gemeinden Rehling und Affing sowie rund um den Kissinger Weitmannsee. Spaziergänger und Radfahrer staunen nicht schlecht über die netzartigen Verhüllungen, die Bäume und Sträucher umhüllen. Dieses gespenstische Naturphänomen wird von den Raupen der Gespinstmotte, auch bekannt als Knospenmotte, verursacht. Besonders betroffen ist die Friedberger Ach zwischen Oberach und Unterach sowie der Affinger Ortsteil Anwalting. Diese kleinen Raupen halten sich in kleinen Säckchen auf und wandern munter vom Boden nach oben.

Die Bilder, die sich hier bieten, sind nicht von dieser Welt: Silbrig schimmernde, kahl gefressene Bäume und Sträucher sind in ganz Bayern zu beobachten. Aber keine Panik! Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und das Landratsamt Aichach-Friedberg geben Entwarnung. Das Phänomen ist völlig ungefährlich. Anwohner, die besorgt den LBV kontaktiert haben, können durchatmen – es besteht kein Handlungsbedarf laut der Unteren Naturschutzbehörde.

Einblicke in das Leben der Gespinstmotte

Im Frühsommer zeigen sich die Gespinste in den Bäumen und Büschen, die von den Raupen der Gespinstmotte hinterlassen werden. Diese kleinen Kreaturen legen ihre Eier in den Bäumen ab, wo die Larven überwintern. Wenn das Frühjahr kommt, schlüpfen die gelb-grauen Raupen mit ihren schwarzen Flecken und Köpfen. Diese kleinen Biester haben es besonders auf die Blätter der Traubenkirschen abgesehen, die am häufigsten von der Traubenkirschen-Gespinstmotte befallen werden. Ihr Appetit ist enorm, sie fressen die Pflanzen vollständig kahl und überziehen Stämme, Äste und Zweige mit ihrem Gespinst.

Die Ursachen für die Massenvermehrung der Gespinstmotten sind schnell erklärt: Ein milder Winter und ein trocken-warmes Frühjahr begünstigen die Vermehrung. Doch keine Sorge! Die Natur hat ihre eigenen Mechanismen zur Kontrolle dieser gefräßigen Population. In der Regel überstehen die betroffenen Gehölze den Befall unbeschadet.

Tipps für betroffene Gärtner

Für Gärtner gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit einem Befall umzugehen. Bei geringem Befall kann man die Gespinste einfach herausschneiden oder die Raupen vorsichtig mit Handschuhen absammeln. Bei starkem Befall empfiehlt es sich, die Gespinste oder die betroffenen Endtriebe abzuschneiden und in die Mülltonne zu entsorgen. Auf keinen Fall sollten die Nester auf den Kompost! Ein Leimring um den Baumstamm oder der Einsatz von Raupenleim kann helfen, die kleinen Wanderer daran zu hindern, zurückzukriechen.

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Wer Apfelbäume hat, sollte zudem auf Spritzmittel mit Paraffinöl zurückgreifen – allerdings ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Biologische Pflanzenschutzmittel wie Bacillus thuringiensis können ebenfalls gegen die Raupen eingesetzt werden. Und wer denkt, das wäre das Ende der Gespinstmotte, der irrt: Nach der Verpuppung verschwinden sie einfach.

Um zukünftigen Befall zu verhindern, lohnt es sich, die natürlichen Feinde wie Gartenvögel zu fördern. Diese kleinen Helferlein sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und können helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Wer also das nächste Mal einen dieser silbrigen Schleier sieht, kann ruhig mit einem Schmunzeln vorbeigehen – die Natur regelt das schon!

Für weitere Informationen und Tipps zur Beobachtung der Gespinstmotte steht die Website des LBV in der Rubrik News bereit. Schau doch mal vorbei!