Ein Abschied, der in Friedberg die Wellen schlägt: Pater Steffen Brühl verlässt nach fast zwei Dekaden die Stadt, die ihm so ans Herz gewachsen ist. Nach 13 Jahren als Seelsorger und 9 Jahren als Pfarrer in der Pfarrei St. Jakob steht sein Umzug nach Limburg an, wo er ein Sabbatical antreten wird. Das ist ein echter Einschnitt, nicht nur für ihn, sondern auch für die Gemeinde, die mit ihm einen wichtigen Teil ihrer Identität verliert. Ende August wird es soweit sein, dann heißt es Abschied nehmen.

Sein Wirken in Friedberg war geprägt von einer tiefen Verbundenheit zur Stadt und ihren Menschen. Pater Brühl nahm sich die Zeit, in die Gemeinschaft einzutauchen. Er war nicht nur ein Priester, der die Messen hielt, sondern auch ein aktiver Mitgestalter des sozialen Lebens. Im Friedberger Bündnis für Demokratie und Vielfalt kämpfte er gegen Rechtsextremismus und hielt eine beeindruckende Rede vor rund 2.000 Teilnehmern. Die Werte, für die er einstand – Menschenwürde, Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit – waren ihm immer wichtig. Und man merkt, dass er sich mit Herz und Seele für die Menschen einsetzte.

Ein neues Kapitel für St. Jakob

Mit dem Abschied von Pater Brühl endet auch die Ära von St. Jakob als Einzelpfarrei. Er war der letzte Stadtpfarrer und nun stehen fünf Pfarreien (Derching, Friedberg, Haberskirch, Stätzling, Wulfertshausen) vor der Herausforderung, sich zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammenzufinden. Ein neues Priesterteam wird die Verantwortung übernehmen – das weckt sowohl Hoffnung als auch Fragen. Wie wird sich die neue Struktur auf die Gemeinschaft auswirken? Pater Brühl jedenfalls hatte immer ein Ohr für die Anliegen der Menschen und verstand es, die Ehrenamtsstrukturen zu fördern und Kooperationen mit städtischen Akteuren einzugehen.

„Ich sehe es als meine Aufgabe, ansprechbar in der Stadt zu sein und dorthin zu gehen, wo das Leben stattfindet“, sagt er. Das ist ein Ansatz, der gerade in Zeiten von Vereinsamung und sozialer Fragmentierung besonders wichtig ist. Es sind diese Themen, die auch die neue Pfarreiengemeinschaft beschäftigen werden: Wie bleibt man in Kontakt, wie stärkt man das Gefühl der Gemeinschaft?

Ein Blick zurück und nach vorn

Während seiner Zeit in Friedberg hat Pater Brühl das „Divano“ zu einem soziokulturellen Treffpunkt gemacht, wo Menschen sich begegnen und austauschen konnten. Er förderte die Jugendarbeit in der Pfarrei und gab Jugendlichen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Man darf nicht vergessen, dass unter seiner Aufsicht auch die Generalsanierung der Wallfahrtskirche St. Afra stattfand. Ein Ort, der nicht nur für den Glauben, sondern auch für kulturelle Projekte geöffnet wurde.

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Abschiedsfeierlichkeiten sind bereits in Planung. Am 26. Juli wird ein Festgottesdienst mit Pfarrfest stattfinden, und sein letzter Gottesdienst in Friedberg ist für den 30. August angesetzt. Es wird emotional, das steht fest. Brühl hat die Gemeinde in einem Transformationsprozess begleitet und die Herausforderungen der heutigen Zeit erkannt. Die Fragen, die er aufwarf, sind nach wie vor relevant: Wer sind wir? Was brauchen wir? Und wie gestalten wir die Zukunft?

Die Zukunft der Pfarrei

Pater Brühl hat auch die Unio erwähnt, die von Pallotti gegründet wurde – ein Zusammenschluss, der die Liebe Gottes in die Welt tragen soll. Er sieht die Pfarrei als Teil dieser Gemeinschaft, und der pallottinische Geist wird sicher auch über seinen Abschied hinaus weiterleben. Die Herausforderungen, die vor der neuen Pfarreiengemeinschaft liegen, sind nicht zu unterschätzen. Eine klare Situationsanalyse ist notwendig, um sinnvoll mit den Ressourcen und Bedarfen umzugehen. Denn die Kirche ist mehr als nur ein Gebäude; sie ist ein lebendiger Teil des Sozialraums.

Ein neues Kapitel steht bevor, und während Pater Brühl seine Reise fortsetzt, bleibt die Frage: Wie wird sich die Pfarrei weiterentwickeln? Veränderungen sind oft mit Unsicherheiten verbunden, aber auch mit neuen Chancen. In Friedberg wird man sicher den pallottinischen Geist spüren, den Pater Brühl über fast zwei Jahrzehnte hinweg mit Herzblut gelebt hat. Die Stadt wird ihm fehlen, da sind wir uns einig.

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