Neues Leben für das Baro-Hochhaus: Tailfingen plant die Revitalisierung eines Wahrzeichens
In der malerischen Stadt Tailfingen, wo die Ziegeldächer wie kleine Hüte auf den Häusern thronen, steht das Baro-Hochhaus – ein Gebäude, das viele Erinnerungen weckt, aber leider auch viele Fragen aufwirft. Es ist kaum zu glauben, dass dieses Bauwerk, das einst pulsierendes Leben beherbergte, jetzt größtenteils leer steht und dringend einer Sanierung bedarf. Im Auftrag der Schönblick GmbH aus Esslingen, vertreten durch den geschäftstüchtigen Göksel Zorlu, wird nun ein umfassendes Konzept zur Umgestaltung auf die Beine gestellt. Die Investition beläuft sich auf stolze 7 bis 9 Millionen Euro, was zeigt, dass hier große Pläne geschmiedet werden.
Das Architekturbüro Eble Messerschmidt und Partner aus Tübingen hat die ehrenvolle Aufgabe übernommen, dieses Vorzeigeobjekt zu revitalisieren. Geplant sind zwischen 20 und 33 moderne Wohnungen mit Größen von 40 bis 80 Quadratmetern – jede mit einem Balkon oder Erker, um den Bewohnern einen Hauch von frischer Luft und Ausblick zu gönnen. Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Das Gebäude befindet sich in einer Erdbebenzone drei, was besondere bautechnische Auflagen erfordert. Die Statik verlangt eine symmetrische Anordnung von Balkonen und Erkern, und die strengen Brandschutzauflagen schränken die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten ein.
Gestaltungsbeirat als Unterstützer
Ein Lichtblick in diesem Prozess ist die Unterstützung durch den Gestaltungsbeirat Albstadt, der seit 2025 die Stadt bei Bauvorhaben berät. Die Mitglieder des Beirats haben sich positiv zur Sensibilität des Architekten für den Umbau geäußert. Das Land Baden-Württemberg hat erkannt, wie wichtig solche Gremien sind, und fördert die Arbeit von kommunalen Gestaltungsbeiräten in mehreren Städten, darunter Albstadt. 2025 und 2026 fließen insgesamt 60.000 Euro in die Gemeinden Riegel am Kaiserstuhl, Albstadt und Friedrichshafen zur Unterstützung der Beiräte. Insgesamt beläuft sich die Landesförderung auf etwa 82.000 Euro – eine sinnvolle Investition in die lokale Baukultur.
Gestaltungsbeiräte sind unabhängige, beratende Sachverständigengremien. Sie setzen sich aus Experten verschiedener bau- und planungsbezogener Disziplinen zusammen und beurteilen städtebaulich und lokalgeschichtlich bedeutende Bauvorhaben. Das Ziel dieser Beiräte ist es, alle Aspekte und Interessen des Planens und Bauens zu berücksichtigen und gleichzeitig die lokale Baukultur zu fördern. Immer mehr Gemeinden und Städte in Baden-Württemberg erkennen den Wert solcher Beiräte. Aktuell gibt es 53 von ihnen, die bei privaten und öffentlichen Bauvorhaben sowie städtebaulichen Maßnahmen wertvolle Beratung leisten.
Der Weg zur neuen Baukultur
Das Baro-Hochhaus ist nur ein Beispiel für die vielen Bauvorhaben, die durch Gestaltungsbeiräte begleitet werden. Diese Beiräte helfen, die Planung in mehrere Phasen zu unterteilen: von der Grundlagenermittlung über die Planung bis hin zur Ausführung und Bauabnahme. Bei alldem steht die Verbesserung des Stadtbildes und der Erhalt des baukulturellen Erbes im Vordergrund. Eine gelungene Gestaltung kann den Charakter eines Stadtteils entscheidend prägen. Diese Art der Zusammenarbeit zwischen Architekten, Stadtplanern und der Gemeinde kann neue Perspektiven eröffnen und ganz neue Lebensräume schaffen.
Die Pläne für das Baro-Hochhaus sind ein Schritt in die richtige Richtung – hin zu einem modernen, lebenswerten Wohnraum, der auch die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden im Erdgeschoss und Hanggeschoss berücksichtigt. Mit Photovoltaikanlagen an der Fassade zeigt das Projekt zudem, dass Nachhaltigkeit und innovative Technologien im Bauwesen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wenn alles gut läuft, könnte dieses einstige Sorgenkind schon bald wieder in neuem Glanz erstrahlen und ein Ort voller Leben werden.
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