Im Zollernalbkreis tut sich einiges – und das nicht nur in der Natur, wo die Wiesen blühen und die Berge locken. Auch in der medizinischen Ausbildung gibt es spannende Entwicklungen! Die Medizinstudierenden der Universität Tübingen erhalten durch ein innovatives Projekt wertvolle Einblicke in die Patientenversorgung vor Ort. Der Ansatz, der unter dem Titel „Regionen für ärztliche Ausbildung“ firmiert, verbindet die Medizinische Fakultät mit dem Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung. Ein Ziel, das sich gewaschen hat: Die Stärkung der universitären Ausbildung und die Sicherung der hausärztlichen Versorgung in der Region.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wahlpflichtfach „Medizin hautnah – Patientenwege im Zollernalbkreis“. Hier dürfen Studierende – die sich im klinischen Abschnitt ihres Studiums befinden (also im 5. bis 10. Fachsemester) – in kleinen Gruppen in Hausarztpraxen arbeiten. Sie dürfen selbst Hand anlegen, Anamnesen durchführen, Untersuchungen vornehmen und ganz konkret an realen Behandlungsfällen diskutieren. Das ist nicht nur lehrreich, sondern auch eine echte Chance zum Networking: Landrat Günther-Martin Pauli betont immer wieder, wie attraktiv die Region für junge Ärztinnen und Ärzte ist.

Einblicke in die Praxis

Die Praxiserfahrung geht über die Hausarztpraxen hinaus. Die angehenden Ärztinnen und Ärzte bekommen auch einen Blick hinter die Kulissen des Rettungsdienstes und besuchen die DRK-Leitstelle in Balingen. Dort hört man nicht nur die ständige Betriebsamkeit, sondern spürt auch die Verantwortung, die die Retter tragen. Weiter geht’s zur Praxis Wendepunkt in Meßstetten, wo sie Behandlungsabläufe in der Physio-, Ergo- und Logopädie kennenlernen. Und als ob das noch nicht genug wäre, steht auch ein Austausch mit Apotheker Johannes Ertelt auf dem Programm, der bei Medikationsfragen zur Seite steht. Nach einem langen Tag voller neuer Eindrücke gibt es dann ein gemeinsames Abendessen – das perfekte Setting für persönlichen Austausch und Networking!

Planetary Health als neuer Fokus

Doch nicht nur die regionale medizinische Praxis wird gefördert. Ab dem 5. Fachsemester können Medizinstudierende auch das Wahlfach „Planetary Health“ belegen, das ein ganz anderes, aber ebenso wichtiges Thema aufgreift. Die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltveränderungen auf die Gesundheit stehen hier im Mittelpunkt. Durch Expertenvorlesungen, Workshops und Exkursionen sollen die Studierenden ein tiefes Verständnis für diese komplexen Zusammenhänge entwickeln. Am Ende des Kurses präsentieren sie ihre eigenen Projekte zu Planetary Health – eine echte Herausforderung, aber auch eine tolle Gelegenheit, kreativ zu werden!

Die Termine für das Wahlfach sind bereits festgelegt: Am 09. Juni 2026 geht’s los, dann am 13. Juni und schließlich, nach einer kurzen Verschnaufpause, am 14. Juli. Der Veranstaltungsort wird nach Anmeldung bekannt gegeben – die Plätze sind begrenzt. Die Integration von Themen wie Planetary Health in die medizinische Ausbildung wird immer wichtiger, denn die Gesundheitskrise ist eng mit der Klima- und Umweltkrise verbunden. Es ist unverzichtbar, dass angehende Ärztinnen und Ärzte über diese Herausforderungen informiert sind und handlungsfähig werden.

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Ein Blick in die Zukunft

Die Forderung, Planetary Health in allen Abschnitten des Medizinstudiums zu lehren, wird zunehmend lauter. An vielen Fakultäten gibt es bereits solche Wahlpflichtangebote. Ein Beispiel ist das Wahlfach „Klimakrise und Gesundheit“ in Mannheim, das seit 2020 angeboten wird. Auch in Tübingen wird darüber nachgedacht, Planetary Health als Querschnittsfach ins Kern-Curriculum aufzunehmen. Die Studierenden selbst spielen bei dieser Entwicklungsarbeit eine wichtige Rolle. Sie sind die Stimme, die Veränderungen anstoßen kann.

Ein weiterer interessanter Aspekt: Das Gesundheitswesen ist für etwa 5% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Deshalb sind nachhaltige Praktiken in Kliniken und Praxen von großer Bedeutung. Ob es der sparsamen Einsatz von Einwegartikeln oder der Umstieg auf nachhaltige Stromanbieter ist – jeder Schritt zählt. Klimamanager in Kliniken und Nachhaltigkeitsbeauftragte in Praxen tragen ihren Teil dazu bei, den notwendigen Umbau zu unterstützen. Schließlich sollte auch die soziale Dimension der Klima- und Umweltkrise nicht vergessen werden, um gesundheitliche Ungleichheiten zu vermeiden.

Die Herausforderungen, die sich aus der Klima- und Umweltkrise ergeben, sind bereits im Praxisalltag spürbar. Von Problemen mit Medikamenten während Hitzewellen bis hin zu den Sorgen vieler junger Menschen – die Klimaangst betrifft immer mehr. Fast 60% der 16- bis 25-Jährigen sind besorgt über die Klimakrise. Doch mit Engagement, Ausbildung und einem starken Netzwerk können die Medizinstudierenden im Zollernalbkreis und darüber hinaus einen Unterschied machen.

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