Im Zollernalbkreis, wo Tradition und Moderne oft Hand in Hand gehen, feiert ein ganz besonderer Mensch ein bedeutendes Jubiläum. Harald Dörflinger, der katholische Pfarrer von St. Georgen, blickt auf stolze 25 Jahre als Priester zurück. Seine Weihe in Freiburg am 13. Mai 2001 ist ein Datum, das nicht nur für ihn, sondern auch für die Gemeinde von großer Bedeutung ist. Der Primizspruch „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ hat ihn durch all die Jahre begleitet, und genau diese Freude strahlt er auch aus, wenn er über seinen Weg spricht.
Bevor Dörflinger in die Fußstapfen der Priesterschaft trat, war er ein ganz normaler Industriekaufmann. Wer hätte gedacht, dass aus diesem ursprünglichen Werdegang ein Priester wird? Nach dem Abitur an einer christlichen Schule, das er nachholte, folgte die sechsjährige Ausbildung im Priesterseminar. Diese Entscheidung war nicht leicht – und er weiß, wovon er spricht. Die Herausforderungen als Priester sind divers, vom Zölibat bis zu den emotionalen Belastungen, die der Beruf mit sich bringt. „Ehrlich gesagt, ich habe keine Sehnsucht nach einer eigenen Familie“, erklärt Dörflinger. Stattdessen schätzt er die Gemeinschaft der Priester in seiner Diözese.
Ein Rückblick auf die Herausforderungen
In den letzten Jahren hat sich die Situation der katholischen Kirche in Deutschland stark verändert. Der Anteil der christlichen Bevölkerung ist unter 50 Prozent gefallen, was sich direkt auf die Gottesdienstbesuche und die Feier von Erstkommunionen und Firmungen auswirkt. Dörflinger hat dies hautnah miterlebt. „Es ist traurig zu sehen, wie die Zahlen sinken“, sagt er. Dabei ist der Rückgang der Priesterweihen alarmierend: von 131 im Jahr 2003 auf nur 25 im Jahr 2025. Jährlich sterben zudem etwa 30 Priester, was die Situation weiter verschärft.
Der Pfarrer hat Ratschläge für angehende Priester parat. „Erfahrungen sammeln und eine gut überlegte Entscheidung treffen“, empfiehlt er. Neuigkeiten aus der Kirche zeigen, dass sich die Ausbildung für Priester ändern wird. Im März 2023 wurden neue verbindliche Standards für die Priesterausbildung veröffentlicht. Zukünftig wird es nicht nur um die spirituelle, sondern auch um die persönliche Reife der Kandidaten gehen. Auch die Rolle der Frauen wird gestärkt; sie sollen systematisch in die Ausbildung einbezogen werden. Dörflinger sieht dies positiv: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“
Ein Festtag für die Gemeinde
Sein silbernes Priesterjubiläum wird Dörflinger am 17. Mai mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Georg feiern. Im Anschluss gibt es einen Empfang auf dem Kirchplatz – ein schöner Rahmen, um gemeinsam mit der Gemeinde zu feiern. „Ich freue mich darauf, so viele Gesichter zu sehen, die mich über die Jahre begleitet haben“, sagt er. Es wird sicherlich ein Tag voller Emotionen und Erinnerungen. Schließlich hat er nicht nur als Priester, sondern auch als Mensch viele Höhen und Tiefen erlebt, Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen begleitet und ihnen Trost gespendet.
Die Herausforderung der Priesterausbildung bleibt ein zentrales Thema, das auch die zukünftigen Generationen von Priestern betreffen wird. Die neue Rahmenordnung, die im April 2026 veröffentlicht wird, wird sicherlich einige Impulse geben, um die Ausbildung zeitgemäßer und umfassender zu gestalten. Dörflinger ist überzeugt, dass die Kirche qualifizierte Priester braucht, um die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern. „Wir müssen bereit sein, uns zu verändern und anzupassen“, so seine Überzeugung.
Wenn wir auf die letzten 25 Jahre von Harald Dörflinger zurückblicken, wird deutlich: Es war ein Weg voller Herausforderungen, aber auch einer, der ihn mit großer Freude erfüllt hat. Ein Pfarrer, der in einer sich wandelnden Welt seinen Platz findet und dennoch die Wurzeln seiner Berufung nicht vergisst. Das ist es, was ihn ausmacht.