Almauftrieb im Zollernalbkreis: Ein Fest der Tradition und tierischen Freude
Am vergangenen Wochenende wurde im Zollernalbkreis ein ganz besonderes Event gefeiert, das nicht nur die Herzen von Tierliebhabern höherschlagen ließ. Der Almauftrieb, der gleichzeitig das Firmenjubiläum einer lokalen Firma feierte, brachte rund 1700 Besucher in das idyllische Gewann Ried. Die Atmosphäre war lebendig und fröhlich – viele Gäste schlüpften in ihre Dirndl und Lederhosen, um das bunte Treiben in vollen Zügen zu genießen.
Am Samstagabend fand die große Jubiläumsparty statt, bei der sich etwa 700 Gäste versammelten. Die bekannte Partyband „Partyfürsten“ sorgte für Stimmung und animierte die Anwesenden zum Tanzen. Ein Highlight waren die Alpakas, Esel und Ziegen, die von Kindern aus Geislingen liebevoll geschmückt wurden. Diese Tiere wurden vom Winterquartier zu den Sommerweiden geführt – eine Tradition, die tief mit der Region verwurzelt ist.
Ein Fest für die ganze Familie
Die Hofführungen boten den Besuchern spannende Einblicke in die Tierhaltung und -pflege. Besonders die musikalische Umrahmung durch die Bauernkapelle des Musikvereins Geislingen verlieh der Veranstaltung einen traditionellen Charme. Für die sportlichen Besucher gab es die Premiere der Alm-Rallye, an der 12 Zweier-Teams teilnahmen. Die Disziplinen – Holzsägen, Hangeln, Traktorreifen wenden und Baumstämme werfen – erforderten Geschick und Teamgeist. Am Ende triumphierten Michael Stingel und Felix Komer aus Weilstetten, die mit drei Festmetern Holz belohnt wurden.
Ein weiterer schöner Aspekt des Almauftriebs: Der Erlös der Veranstaltung wird, wie schon in den Vorjahren, an die Stiftung Lebenshilfe Zollernalb gespendet. Das zeigt, dass die Gemeinschaft hier nicht nur feiert, sondern auch Gutes tut. Rund 60 Ehrenamtliche haben tatkräftig bei der Organisation und Durchführung geholfen, und die Veranstalter waren sichtlich zufrieden mit der großen Besucherzahl und der positiven Resonanz.
Tradition trifft Moderne
Der Almauftrieb hat nicht nur eine kulturelle Bedeutung, sondern ist auch ein faszinierendes Beispiel für eine alte Tradition, die bis in die heutige Zeit hinein lebt. Nach rund 100 Tagen auf der Sommerweide kehren die Tiere im September in ihre Winterställe zurück. Diese Zeit auf den Weiden ist für die Tiere wichtig, denn sie genießen nahrhaftes und frisches Gras, das für die Milchproduktion und die Herstellung aromatischen Käses entscheidend ist.
Besonders spannend ist, dass nicht nur ortsansässige Landwirte, sondern auch Bauern aus einem großen Umkreis ihre Tiere zum Almauftrieb bringen. Eine Leitkuh, die sogenannte Moarkuh, führt die Herde ins Tal – ein beeindruckendes Schauspiel. Die Tiere werden farbenfroh geschmückt, was nicht nur schön aussieht, sondern auch eine tiefere Bedeutung hat. Der Schmuck wird nur angelegt, wenn die Herde und die Hirten die Zeit auf der Hochweide unbeschadet überstanden haben. Ein Zeichen des Dankes und der Freude, das auch an diesem Wochenende spürbar war.
Der Geislinger Almauftrieb hat sich somit einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Region erobert. Die Verbindung von Tradition, Gemeinschaft und tierischer Freude wird auch in den kommenden Jahren viele Besucher anziehen und das kulturelle Erbe der Region lebendig halten.
