Heute ist der 21.04.2026 und die Vorfreude auf die bevorstehenden Veränderungen in der Region ist spürbar. Ab dem 26. April 2026 wird die Hochrheinbahn zwischen Rheinfelden und Erzingen für umfangreiche Bauarbeiten zur Elektrifizierung und zum Ausbau der Strecke komplett gesperrt. Diese Maßnahmen sind Teil eines ambitionierten Projekts, das von der DB InfraGO durchgeführt wird. Zugleich werden die Pendler in der Region mit einem Schienenersatzverkehr (SEV) konfrontiert, was bei vielen für gemischte Gefühle sorgt.
Vertreter der Bahn und des Landratsamts Waldshut haben sich bereits an den Bahnhöfen Bad Säckingen und Waldshut eingefunden, um den Pendlern Rede und Antwort zu stehen. Die Sorgen sind vielfältig: Sorin Stafie, Pendler aus Weil am Rhein, befürchtet längere Wartezeiten beim Umstieg von Zug auf Bus in Rheinfelden. Jürgen Wassmer aus Bad Säckingen macht sich Gedanken über die kurze Umsteigezeit von nur acht Minuten in Erzingen. Robert Geduldig plant, die Ersatzbusse auszuprobieren, hat jedoch Bedenken hinsichtlich der Pünktlichkeit. Beate Plettenberg, 73 Jahre alt, fragt sich, wie sie mit ihrem Reisegepäck im Ersatzbus reisen kann.
Positive Stimmen und Bedenken
Doch es gibt auch optimistische Stimmen: Klaus Danner aus Waldshut-Tiengen hat positive Erfahrungen mit Schienenersatzverkehr und ist zuversichtlich, dass alles gut funktionieren wird. Andreas Eckert, ein Berufspendler, vertraut auf eine gute Organisation des Schienenersatzverkehrs. Ramona Schäfer hingegen hat aus der Vergangenheit Bedenken, vor allem aufgrund von Problemen mit der Deutschen Bahn-App und unzuverlässigen Busfahrern.
Das Projekt zur Elektrifizierung der Hochrheinbahn soll von April 2026 bis Sommer 2027 dauern und umfasst eine 75 Kilometer lange Strecke. Während der Bauarbeiten müssen viele Bahnkunden auf Schienenersatzbusse umsteigen. Diese werden in einem 30 Minuten-Takt zwischen Basel, Waldshut und Erzingen verkehren. Für den Schülerverkehr sind zusätzliche Busse geplant, die mit Gelenkbusse für höhere Kapazität ausgestattet werden.
Umfassende Bauarbeiten und Verbesserungen
Die Bauarbeiten umfassen nicht nur die Elektrifizierung, sondern auch den barrierefreien Ausbau der Stationen, die Modernisierung und den Ausbau der Bahnhöfe sowie den Bau neuer Haltepunkte. Am Bahnhof Waldshut wird es beispielsweise einen neuen Bahnsteig und Aufzüge geben. Neue Haltepunkte in Wallbach und Waldshut-West werden ebenfalls eingerichtet, während die Stationen Lauchringen und Tiengen zu Kreuzungsbahnhöfen umgebaut werden. Die Arbeiten an Leit- und Sicherungstechnik sowie der Umbau im Rappensteintunnel und Aarbergtunnel sind ebenfalls Teil des umfassenden Maßnahmenpakets.
Wichtige Informationen für Pendler
Die Ersatzhaltestellen in Bad Säckingen werden mit Wetterschutz ausgestattet, und Reisendenlenker der Bahn unterstützen Fahrgäste zwischen 6 und 22 Uhr. Toiletten im Eiscafé in Erzingen stehen für Fahrgäste zur Verfügung, und aktuelle Informationen sind auf bahn.de sowie im DB Navigator abrufbar. Fahrräder können aus Platz- und Sicherheitsgründen nicht in den Ersatzbussen mitgenommen werden, und Fahrkarten sind weiterhin online und in Reisezentren erhältlich, jedoch nicht im SEV-Bus.
Während die Bauarbeiten voranschreiten, müssen Pendler und Reisende Geduld aufbringen und sich auf die Veränderungen einstellen. Die Umstellung auf den Schienenersatzverkehr wird sicherlich Herausforderungen mit sich bringen, bietet aber auch die Möglichkeit, die Hochrheinbahn auf eine neue, moderne Ebene zu heben. Die Elektrifizierung wird nicht nur die Frequenz der Züge erhöhen, sondern auch den Komfort für die Fahrgäste deutlich steigern. Informationen zu den Baumaßnahmen sind auf der Projektwebsite www.die-hochrheinbahn.com erhältlich.