Heute ist der 4.07.2026 und in der Welt der Stadtwerke und Energieversorgung tut sich einiges. Die Stadtwerke Jena Netze haben gerade ihren Vertrag mit Kristin Weiß um weitere fünf Jahre verlängert. Seit fast fünf Jahren leitet sie das Unternehmen, und ihr Fokus liegt klar auf dem Ausbau und der Modernisierung der Netze in Jena und Umgebung. Das ist wichtig, denn die Infrastruktur braucht frischen Wind, besonders wenn man bedenkt, dass aktuell hohe finanzielle Mittel für kommunale Projekte zur Verfügung stehen. Fördertöpfe für Wärmenetze und den Glasfaserausbau warten nur darauf, angezapft zu werden. Doch, und das ist ein großes Aber, der Engpass bei der Umsetzung könnte die Pläne gefährden – der Mangel an Fachkräften ist schon jetzt spürbar.

Am 3. Juli gab es gleich mehrere Personalwechsel, die die Branche betreffen. Cornelia Meissner übernimmt die Geschäftsführung der Wemacom Telekommunikation und Breitband GmbH und folgt damit auf Torsten Speth, der nach 13 Jahren in der Position eine neue Herausforderung sucht. Lukas Krüger wird neuer kaufmännischer Geschäftsführer der Goldgas GmbH – er hat bereits seit 2020 das Unternehmen begleitet. Auch Kerstin Busch von der BEW Berliner Energie und Wärme hat ihren Vertrag um fünf Jahre verlängert. Sie verantwortet wichtige technische Projekte und ist damit ein Schlüsselspieler in der Energieversorgung. Und so wird die Besetzung von Schlüsselpositionen zur Herausforderung, besonders in einem Umfeld, in dem offene Stellen in der Wärmeplanung und im Netzbetrieb oft monatelang unbesetzt bleiben.

Fachkräftemangel und seine Folgen

Die Situation ist ernst. Rund 75% der Fachkräfte sind nicht aktiv auf Jobsuche, aber für einen Wechsel offen. Das bedeutet, dass die Unternehmen aktiver werden müssen, um diese latent wechselbereiten Talente zu erreichen. Ein Blick auf die Engpassberufe zeigt, dass vor allem kommunale Wärmeplaner:innen, Netzmeister:innen und Ingenieur:innen für Energie- und Versorgungstechnik dringend gesucht werden. Es gibt sogar Berichte, dass in Deutschland 2024 über 18.000 Stellen für Bauelektriker offen sind, wobei fast 80% dieser Stellen unbesetzt bleiben. Kommt einem da nicht das kalte Grausen? Die Kosten der Nicht-Besetzung sind enorm – Verzögerungen bei Projekten, drohende Rückforderungen von Fördermitteln und eine enorme Belastung für die Stammbelegschaft.

Die Herausforderung für die Stadtwerke besteht nicht nur darin, die richtigen Personen zu finden, sondern auch in der Art und Weise, wie sie rekrutieren. Gewöhnliche Rekrutierungskanäle erreichen größtenteils nur aktiv Suchende, was gerade mal 20-30% des Marktes ausmacht. Es ist also dringend notwendig, die Stellenanzeigen zu konkretisieren und die Vergütung transparent zu machen. In diesem Kontext wird die Ansprache der Fachkräfte aus der Region immer wichtiger – es ist entscheidend, regional zu denken und die Pendelradius zu berücksichtigen. Ehrlich gesagt: Wer will schon für einen Job um die halbe Welt reisen, wenn vor der Tür auch tolle Chancen warten?

Der Blick in die Zukunft

Die internationale Energieagentur (IEA) zeigt in ihrem Bericht, dass der Fachkräftemangel in der Energiebranche ein globales Problem ist. Weltweit sind 76 Millionen Menschen im Energiesektor beschäftigt, aber viele Unternehmen berichten von kritischen Engpässen. Um die Fachkräftelücke bis 2030 zu schließen, müsste sich die Zahl der qualifizierten Berufseinsteiger um 40% erhöhen. In Deutschland stehen wir vor der Herausforderung, dass 70% der Beschäftigten in den kommenden 15 Jahren in Rente gehen werden. Das heißt, es wird nicht nur ein Wettlauf um die besten Köpfe, sondern auch ein Wettlauf gegen die Zeit. Wer nicht schnell handelt, könnte am Ende auf der Strecke bleiben und die Energiewende könnte ins Stocken geraten.

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Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass in den kommenden Jahren zwei von drei Neueinstellungen benötigt werden, um die ausscheidenden Mitarbeiter zu ersetzen. Das ist mehr als nur eine Herausforderung – das ist ein Weckruf für alle, die in der Branche tätig sind. Besonders gesucht sind Berufe wie Elektriker, Rohrleitungsbauer und Anlagenfahrer. Die Zeit zu handeln ist jetzt, denn der demografische Wandel wird den Fachkräftemangel nur noch verschärfen. Die Energiewende darf nicht am Fachkräftemangel scheitern. Es liegt an uns, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und aktiv in die Ausbildung und Rekrutierung zu investieren, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

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