Ulm im Stillstand: Warnstreik legt Nahverkehr lahm
Heute, am 6. Juni 2026, wird die Alltagstransportlandschaft in Ulm ordentlich auf den Kopf gestellt. Die Gewerkschaft ver.di hat zum Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen, und das hat gleich mehrere Auswirkungen auf die Fahrpläne der Stadt. Busse und Bahnen? Fehlanzeige! Zumindest für heute. Die Stadt wird zum ruhigen Hafen in einem Sturm, denn die Verkehrsanbindung ist stark eingeschränkt.
Für die Pendler und Reisenden, die sich auf den Linien 1, 2, 4, 7 und 11 verlassen, gibt es eine klare Botschaft: Voraussichtlich keine Fahrten! Ein paar Lichtblicke gibt’s allerdings bei Linie 5 mit vereinzelten Abfahrten um 13.25 und 17.05 Uhr ab Ludwigsfeld. Auf den Linien 6, 8, 9, 10, 12 und 13 hingegen könnten die Fahrten wie gewohnt stattfinden. Na ja, fast. Die Nachtbusse N1-N4, N7 und N8 scheinen auch noch im Dienst zu sein – oder sie haben sich einfach gut versteckt.
Ein Streik mit Nachdruck
Der heutige Warnstreik ist bereits der vierte in einer Reihe von Tarifauseinandersetzungen. Der Druck auf die Arbeitgeberseite wächst, denn ver.di fordert nicht nur eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, sondern auch einen Nahverkehrszuschlag von 5 Prozent und eine Lehrfahrerzulage von 10 Euro. Die 173 Beschäftigten bei SWU Mobil und 60 bei SWU Verkehr stehen hinter diesen Forderungen, und die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. Juni angesetzt. Es wird spannend, ob da endlich Bewegung in die Sache kommt!
Doch das ist nicht alles. Am Montag und Dienstag folgt ein zweitägiger Warnstreik, der den Ulmer Nahverkehr weiter in Mitleidenschaft ziehen wird. Ähnlich wie beim ersten Warnstreik am 29. März ist auch hier zu erwarten, dass Busse und Bahnen an beiden Tagen weitestgehend ausfallen. Die Fahrerinnen und Fahrer der SWU Verkehr sind zudem zum Solidaritätsstreik aufgerufen. So wird der Druck auf den Arbeitgeber erhöht und ein klares Zeichen gesetzt: Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Rechte zu kämpfen!
Ein Blick auf die Tariflandschaft
Im Kontext der aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Personennahverkehr sind die Forderungen von ver.di nicht allein. In anderen Städten und Bundesländern haben Warnstreiks bereits zu erfolgreichen Tarifabschlüssen geführt. In Hamburg-Holstein beispielsweise gab es kürzlich eine Einigung über die Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, und auch in anderen Regionen wurden Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und Vergütung erzielt.
In Baden-Württemberg stehen Anpassungen bei Zuschlägen und Arbeitsbedingungen an, während in Mecklenburg-Vorpommern eine 38-Stunden-Woche eingeführt wird. Die Beschäftigten sind nicht nur in Ulm aktiv – die Bewegung für bessere Arbeitsbedingungen zieht sich durch ganz Deutschland und macht deutlich, dass die Forderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ernst genommen werden müssen.
Während Ulm heute also in einer Art ruhigem Stillstand verharrt, bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln und ob die Arbeitgeberseite endlich ein Angebot vorlegt. Bis dahin bleibt den Fahrgästen nur zu hoffen, dass sie sich online über die Echtzeitauskunft informieren, denn die Lage kann sich schnell ändern. Und wer weiß, vielleicht gibt es bald ein Happy End für alle Beteiligten in der Tarifauseinandersetzung!
