Ulm im Stillstand: Warnstreik bei SWU mobil fordert Gerechtigkeit für Fahrerinnen und Fahrer
In Ulm rumort es. Am Samstag hat die Gewerkschaft ver.di zu einem ganztägigen Warnstreik bei SWU mobil aufgerufen, und das hat spürbare Folgen für den Nahverkehr in der Region. Die Straßenbahnen und Busse stehen nahezu still, und das bis Mitternacht. Es ist der vierte Streik in dieser Verhandlungsrunde, und die Gründe dafür sind tief verwurzelt in der Ungleichbehandlung, die die Fahrerinnen und Fahrer der SWU mobil erfahren. Diese erhalten weniger Lohn als ihre Kolleginnen und Kollegen bei SWU Verkehr. Eine Situation, die so nicht länger hingenommen werden kann.
Die Gewerkschaft fordert eine Angleichung der Gehälter für die 173 Beschäftigten von SWU mobil. Konkrete Forderungen beinhalten eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, einen Nahverkehrszuschlag von fünf Prozent und eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro. Die ver.di Verhandlungsführerin Friederike DeCoite lässt keinen Zweifel daran, dass die Arbeitgeberseite bislang kein „angemessenes Angebot“ vorgelegt hat. Das lässt die Stimmung nicht nur unter den Beschäftigten, sondern auch in der Bevölkerung deutlich kippen.
Ein Streik mit Folgen
Der Warnstreik findet an einem verkaufsoffenen Sonntag statt – eine strategische Entscheidung der Gewerkschaft, um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, ohne den Berufs- und Schulverkehr massiv zu stören. Doch der Effekt ist unübersehbar: Die Straßen und Plätze in Ulm sind leerer als gewohnt, und die sonst so lebhaften Bus- und Straßenbahnlinien sind zum Stillstand gekommen. Das sorgt für Frustration bei vielen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
„Die unterschiedliche Bezahlung für gleiche Arbeit im selben Konzern ist einfach nicht hinnehmbar“, sagt DeCoite. Und damit spricht sie vielen aus der Seele. Die Beschäftigten von SWU mobil sind nicht nur Teil des Verkehrsnetzes, sie sind auch das Herzstück des kommunalen Nahverkehrs in Ulm. Ihre Arbeit ist unverzichtbar, und die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen könnten nicht zeitgemäßer sein.
Das Verhandlungs-Pingpong
Wie geht es weiter? Der nächste Verhandlungstermin steht bereits am 23. Juni an – ein Datum, das viele mit ungeduldigen Erwartungen verbinden. Die Friedenspflicht, die am 28. Februar 2026 endete, lässt die Zeit für Kompromisse drängen. Die Arbeitgeberseite hat laut bisherigen Informationen kein Angebot gemacht und sieht keinen Bedarf für die geforderten Zulagen. Diese Haltung dürfte die Fronten eher verhärten als aufweichen.
Die Kontroversen um den öffentlichen Nahverkehr sind nicht neu, aber sie werden jetzt lauter. Es bleibt abzuwarten, ob die Arbeitgeberseite bereit ist, sich auf die Beschäftigten zuzubewegen und ob die kommenden Verhandlungen zu einem positiven Ergebnis führen können. Die Zeit tickt, und die Sorgen der Menschen in Ulm stehen auf dem Spiel – nicht nur um die Fahrtickets, sondern um die Grundwerte von Gerechtigkeit und Respekt im Arbeitsleben.
