Heute ist der 4.05.2026, und in Tübingen gibt es eine Geschichte, die uns alle berührt. Wolfgang Grupp, der ehemalige Chef des bekannten Textilunternehmens Trigema, hat in den letzten Jahren eine bewegte Zeit durchlebt. Mit 84 Jahren hat er kürzlich nach einem Suizidversuch, den er bereits im Juli 2025 öffentlich gemacht hatte, wichtige Konsequenzen gezogen. Ein Schritt, der vielen Mut machen könnte, die mit ähnlichen inneren Kämpfen zu kämpfen haben.

Wolfgang Grupp hat seinen Revolver, den er ursprünglich aus Sicherheitsgründen besessen hatte, abgegeben. Sein Sohn verwahrt die Waffe nun. „Ich bereue den Suizidversuch sofort“, hat er in einem offenen Brief an ehemalige Mitarbeiter geschrieben. Darin thematisierte er seine Altersdepressionen und die innere Leere, die ihn in der Zeit nach der Unternehmensübergabe quälte. Der Brief war nicht nur ein persönlicher Ausbruch, sondern auch ein Aufruf, das Tabu rund um psychische Erkrankungen in der Wirtschaft zu brechen.

Ein offenes Gespräch über psychische Gesundheit

Grupp, der über 50 Jahre an der Spitze von Trigema stand, hat nie einen Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt. „Manchmal fühlt man sich einfach nicht mehr gebraucht“, beschreibt er die Gedanken, die ihn in der schweren Phase nach seinem Rückzug aus der Firmenleitung plagten. Nach seinem Suizidversuch erhielt er über 2.000 Zuschriften von Menschen, die ähnliche Kämpfe durchlebten. Viele dieser Briefe bewegten ihn zutiefst und zeigten ihm, dass er nicht allein ist.

Die Unterstützung seiner Familie, darunter seine Frau Elisabeth und die Kinder Bonita und Wolfgang jr., hat ihm in dieser Zeit Halt gegeben. Die Nachfolgegeneration führt das Unternehmen seit 2024 mit über 1.100 Mitarbeitern und trägt nun die Verantwortung, die Grupp in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat. Der Druck, unter dem Unternehmer stehen, ist enorm; Studien zeigen, dass bis zu 30 % der Unternehmer nach einer Geschäftsübergabe mit Depressionen kämpfen. Ein besorgniserregender Trend, der nicht ignoriert werden sollte.

Psychische Gesundheit als Unternehmenspriorität

Die Auseinandersetzung mit der eigenen psychischen Gesundheit ist für Führungskräfte und Gründer unerlässlich. Frühe Warnzeichen wie sozialer Rückzug, Interessenverlust oder Schlafstörungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Unternehmen sollten eine Kultur schaffen, in der mentale Gesundheit kein Tabu ist. Vorschläge wie anonyme Beratungsangebote, Mental Health Days oder regelmäßige Check-ins können dazu beitragen, ein offenes und unterstützendes Umfeld zu fördern.

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Professionelle Hilfe durch Coaches oder Therapeuten kann die Resilienz stärken und Unternehmern in Übergangsphasen zur Seite stehen. Das ist wichtig, denn Herausforderungen beim Führen eines Unternehmens sind normal und gehören zum unternehmerischen Leben dazu. Diese Realität zu akzeptieren, kann eine große Erleichterung sein und helfen, besser mit den eigenen Emotionen umzugehen.

Wolfgang Grupp hat mit seinem Schritt nicht nur Verantwortung für sich selbst übernommen, sondern auch ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen, das zeigt, dass es in Ordnung ist, Hilfe zu suchen, dass man über seine Gefühle sprechen kann und dass niemand allein ist in diesem oft stürmischen Meer der Selbstzweifel und inneren Kämpfe. Diese menschliche Note, die er in seinem öffentlichen Bekenntnis zeigt, ist vielleicht das Wichtigste, was wir aus seiner Geschichte lernen können.