Die Situation in den Stuttgarter Schulen hat sich nach der Kündigung des Vertrags mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Februar aufgrund mutmaßlichen Betrugs allmählich stabilisiert. Fast alle Kinder mit Förderbedarf, konkret 139 von 145, sind mittlerweile wieder im Unterricht. Nur eine Familie ist zwischenzeitlich verzogen, sodass aktuell 145 Kinder von den Entwicklungen betroffen sind. Für die verbleibenden Kinder, die noch Unterstützung benötigen, finden weitere Hospitationen statt, und eine neue Fachkraft wird in dieser Woche ihren Dienst antreten.
Ein positives Zeichen ist, dass ein Antrag auf ein Persönliches Budget für ein Kind zurückgezogen wurde, da kurzfristig eine Schulbegleitung gefunden werden konnte. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Der Gesamtelternbeirat berichtet von einem anhaltenden Mangel an Eingliederungshilfen. Aktuell fehlen noch zwölf solcher Hilfen, was bedeutet, dass neun Kinder nur tageweise in die Schule gehen können. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass drei Kinder nach wie vor nicht am Unterricht teilnehmen können.
Herausforderungen im Schulalltag
Die unbeständige Situation hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung der betroffenen Kinder, vor allem in zwei Klassen für Kinder mit Autismus. Schulleiter berichten von den hohen Anforderungen, die an Schulbegleiter gestellt werden. Leider sind nicht alle Schulbegleiter für diese anspruchsvolle Aufgabe geeignet. Obwohl der Unterricht langsam zur Normalität zurückkehrt, gibt es weiterhin Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Die Eltern haben ihre Sorgen geäußert und berichten von einer belastenden Situation sowie von Unsicherheiten, die den Schulalltag ihrer Kinder betreffen. Die Stadt Stuttgart ist sich dieser Problematik bewusst und sucht nach finanzieller Unterstützung für die betroffenen Familien, unter anderem durch persönliche Budgets. Ein Vorschlag, Familien einen Nachmittag im Zoo oder auf dem Frühlingsfest zu finanzieren, wurde jedoch als unrealistisch abgelehnt. Zudem befürchtet der Gesamtelternbeirat, dass es zum Ende des Schuljahres erneut zu Personalwechseln kommen könnte, was die Situation weiter verkomplizieren würde.
Der bundesweite Kontext
Auf einer breiteren Ebene plant die Bundesregierung Einsparungen bei der Eingliederungshilfe, was möglicherweise zu Gruppenlösungen führen könnte, anstatt eine individuelle Begleitung anzubieten. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, die über Stuttgart hinausgehen. Ein Beispiel dafür ist Lukas, ein 13-jähriger Schüler aus Greifswald, der aufgrund seiner emotional-sozialen Entwicklungsstörung und einer körperlich-motorischen Einschränkung auf die Unterstützung einer Schulbegleiterin angewiesen ist. Diese Unterstützung ist entscheidend, um Kindern wie Lukas zu helfen, emotionalen Schwankungen im Schulalltag zu begegnen und am Unterricht teilzunehmen.
Die Martinschule in Greifswald schätzt die Arbeit von Schulbegleitern wie Nina Ullrich, die eine wichtige Rolle im Aufbau multiprofessioneller Teams an inklusiven Schulen spielt. Es wird deutlich, dass die Unterstützung von Schulbegleitern nicht nur den Kindern, sondern auch den Lehrkräften zugutekommt, indem sie entlastet werden. Doch der Mangel an Fachkräften für Sonderpädagogik erhöht die Erwartungen an Schulbegleitungen, die oft in pädagogisch-unterrichtlichen Funktionen tätig sind, was gesetzlich nicht erlaubt ist.
Die Situation bleibt herausfordernd und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern und der Stadt, um eine positive Entwicklung für alle betroffenen Kinder zu gewährleisten.