Am Sonntag, dem 28. Juni, war es soweit: Pfarrer Edwin Müller, ein bekanntes Gesicht in der Region Sigmaringen, verabschiedete sich nach sage und schreibe 42 Jahren im Priesteramt. Ein Moment, der nicht nur für ihn, sondern für viele Wegbegleiter und Freunde eine emotionale Wendung darstellte. Die Klinikkapelle des SRH-Klinikums Sigmaringen war der Ort, an dem sich zahlreiche Menschen versammelten, um diesen besonderen Abschied zu feiern. Unter den Gästen waren Familienmitglieder, Vertreter aus Kirche, Politik und Gesundheitswesen, die alle gekommen waren, um ihren Respekt zu zollen und Dankbarkeit für die unzähligen Stunden, die Müller in den Dienst der Menschen gestellt hat, auszudrücken.

Edwin Müller, 1984 in Freiburg zum Priester geweiht, war seit 1995 als Pfarrer in Bingen, Hochberg und Hornstein tätig. Seine Bemühungen in der Krankenhausseelsorge am Kreiskrankenhaus Sigmaringen sind besonders hervorzuheben. Hier baute er nicht nur die Klinikseelsorge auf, sondern entwickelte auch ein umfassendes seelsorgerisches Angebot, das eine 24-Stunden-Rufbereitschaft beinhaltete. Regelmäßige Gottesdienste und ein engagiertes Netzwerk ehrenamtlicher Helfer waren weitere Bausteine seiner Arbeit. Darüber hinaus gründete er 2001 die Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge im Landkreis Sigmaringen – ein Zeichen seines unermüdlichen Engagements und seiner tiefen Verbundenheit mit der Gemeinschaft.

Ein Gottesdienst voller Emotionen

Der Gottesdienst zur Verabschiedung wurde von Pfarrer Dr. Thomas Dietrich geleitet, der mit seinen einfühlsamen Worten die Anwesenden berührte. Unter den Gästen befanden sich auch Landrätin Stefanie Bürkle und SRH-Geschäftsführer Sven Schönfeld, die beide Müller für seine außergewöhnliche Arbeit und seinen unermüdlichen Einsatz ehrten. Es war eine Zeremonie, die nicht nur einen Abschied, sondern auch eine Würdigung von 42 Jahren Dienst in der Kirche darstellte. Nach dem Gottesdienst wartete ein Stehempfang im SRH-Klinikum, bei dem die Anwesenden die Gelegenheit hatten, sich noch einmal persönlich von Müller zu verabschieden und Erinnerungen auszutauschen. Die Stimmung war herzlich, fast wie eine große Familie, die zusammenkommt, um einen geliebten Menschen auf eine neue Reise zu schicken.

Für seine Verdienste wurde Edwin Müller mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. Diese Ehrungen spiegeln seinen Einsatz und seine Hingabe für die Menschen wider, die er über all die Jahre betreut hat. Sein Nachfolger, Johannes Schramm, wird die Leitung der Klinikseelsorge übernehmen und hat sich verpflichtet, die Arbeit im Sinne einer ganzheitlichen Begleitung fortzuführen – eine Herausforderung, die in Müller’s Fußstapfen wahrlich nicht einfach sein wird.

Ein neues Kapitel beginnt

Mit Müllers Ruhestand geht eine Ära zu Ende, aber gleichzeitig öffnet sich ein neues Kapitel für die Klinikseelsorge. Der Mensch hinter dem Priester, seine Geschichten, sein Lachen und auch die kleinen Anekdoten, die ihm im Laufe der Jahre widerfahren sind, werden in den Herzen der Menschen weiterleben. Schließlich hat er nicht nur seelsorgerisch gewirkt, sondern auch eine Gemeinschaft geprägt, die auf seine Werte und seinen Glauben aufbaut. Ein Abschied, der in aller Herzen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, und vielleicht auch ein kleiner Anstoß, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein.

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