Ein Erbe des verantwortungsbewussten Unternehmertums: Uwe Ziehl verstorben
Am vergangenen Wochenende erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben von Uwe Ziehl, einem bedeutenden Familienunternehmer und Geschäftsführer von Ziehl-Abegg. Mit 79 Jahren hat er die Welt verlassen, eine Lücke hinterlassend, die schwer zu füllen sein wird. Das Künzelsauer Unternehmen, bekannt für seine innovativen Ventilatoren und Antriebstechnik, war nicht nur sein Lebenswerk, sondern auch ein Symbol für regionale Verbundenheit und wirtschaftlichen Erfolg.
Uwe Ziehl, der Enkel des Firmengründers Emil Ziehl, prägte das Unternehmen über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg und führte es zu einem weltweiten Marktführer. Unter seiner Leitung flossen hohe Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion, die das Unternehmen nachhaltig stärken sollten. Besonders hervorzuheben ist die eigene Fertigung von Kunststoffkomponenten – eine Entscheidung, die bis heute Früchte trägt. Sein Engagement ging über das Unternehmen hinaus. Uwe Ziehl war auch ein sozial engagierter Mensch, der Kindergärten, Schulen und das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg unterstützte.
Ein sanfter Übergang
Im Jahr 2021 übergab er die Leitung des Unternehmens an seine beiden Kinder, Dennis und Sindia Ziehl – ein Schritt, der als sanft und sicher beschrieben wurde. Über 80 Aufsichtsratssitzungen begleiteten die beiden ohne Mandat, was zeigt, wie wichtig ihm eine reibungslose Nachfolge war. Dennis Ziehl übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats, während seine Schwester Sindia ebenfalls im Gremium aktiv ist. Dieser Übergang war nicht nur entscheidend für die Zukunft von Ziehl-Abegg, sondern zeugt auch von der tiefen Verantwortung, die Uwe Ziehl für das Unternehmen und die Region fühlte.
Für seine unternehmerischen Leistungen wurde er 2015 mit der baden-württembergischen Wirtschaftsmedaille ausgezeichnet – eine Ehrung, die seine Verdienste als international erfolgreicher Vorzeigeunternehmer würdigte. Unter seiner Ägide begann Ziehl-Abegg 1973 mit der Internationalisierung, und im Jahr 2001 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Zudem hält die Familie Ziehl seit 2005 die Mehrheit der Aktien von Ziehl-Abegg.
Familienunternehmen im Wandel
Die Bedeutung von Familienunternehmen in Deutschland ist nicht zu unterschätzen. Jährlich stehen rund 30.000 von ihnen vor der Herausforderung der Nachfolge. Diese Übergaben betreffen etwa 480.000 Beschäftigte. Die Tragweite dieser Prozesse ist enorm, und das IfM Bonn hat festgestellt, dass der Übergang oft eine kritische Phase für die Unternehmen darstellt. Uwe Ziehl hat diesen Schritt mit Bravour gemeistert und sein Lebenswerk in die Hände der nächsten Generation gelegt.
Sein Tod ist nicht nur ein Verlust für seine Familie und das Unternehmen, sondern auch für die Region Künzelsau. Uwe Ziehl hinterlässt ein Erbe, das weit über die Produkte hinausgeht. Es ist die Philosophie eines verantwortungsbewussten Unternehmertums, die auch in Zukunft weiterleben wird.
