Heute ist der 5.06.2026 und wir werfen einen Blick auf die turbulente Welt von Roller, der bekannten Möbel-Kette in Deutschland. Mit insgesamt 120 Filialen war Roller einst ein fester Bestandteil der deutschen Möbelbranche. Doch in den letzten Monaten hat sich der Wind gedreht, und die Schließungen häufen sich. Aktuell steht die Filiale in Offenbach, Strahlenberger Straße 81, auf der Abschussliste und wird Mitte Juli 2026 die Türen schließen. Ein Räumungsverkauf mit stark reduzierten Angeboten läuft bereits, aber die Frage bleibt: Wer ist noch bereit, Möbel zu kaufen?
Diese Schließung ist nicht einfach nur ein Einzelfall, sondern die siebte Filiale, die Roller innerhalb eines Jahres schließen muss. In der Vergangenheit wurden bereits die Standorte in Husum, Crailsheim, Gera, Villingen, Reutlingen und Oldenburg geschlossen oder angekündigt. Der Abverkauf läuft derzeit nur in Gera und Offenbach. Roller selbst betont, dass diese Schließungen Einzelfallentscheidungen sind und keinen generellen Rückzug aus dem Markt bedeuten. Gleichzeitig strebt das Unternehmen an, wirtschaftlich stabile und rentable Standorte weiterzuentwickeln und zu modernisieren. Das klingt fast wie eine Art Hoffnungsschimmer in der aktuellen Lage.
Herausforderungen der Möbelbranche
Die Situation ist jedoch nicht nur bei Roller angespannt. Die gesamte deutsche Möbelbranche sieht sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Kaufzurückhaltung der Verbraucher, eine strenge Zollpolitik, Bürokratie und ein akuter Fachkräftemangel setzen der Branche zu. Katharina Hartmann, die die Hartmann Möbelwerke in der vierten Generation leitet, spricht von einer spürbaren Verunsicherung unter den Konsumenten. Nach einem Umsatzrekord im Jahr 2022, der die Branche in Höhenflüge versetzte, sind die Verkaufszahlen nun im Sinkflug. Im ersten Halbjahr 2024 sank der Umsatz um fünf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein herber Rückschlag, der die Gemüter erhitzt!
Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie, nennt die Konsumzurückhaltung, eine geringe Bautätigkeit und die Bürokratie als Grund für diesen Rückgang. Die schwache Bauindustrie hat insbesondere negative Auswirkungen auf den Möbelmarkt, denn Neubauten und Umzüge führen typischerweise zu neuen Möbelkäufen. Zwar gibt es einen Anstieg der Baugenehmigungen, doch ein echter Bauboom bleibt aus. Die Verbraucher scheinen in diesen unsicheren Zeiten zögerlich zu sein – verständlich, wenn man bedenkt, dass der Einzelhandel unter dem Trend zum Online-Shopping leidet. Und neue Konkurrenz aus Asien macht das Ganze nicht einfacher, denn asiatische Hersteller verkaufen ihre Produkte aufgrund hoher Zölle in den USA nun direkt in Europa. Ein echter Kampf um die Gunst der Kunden!
Die Zukunft von Roller und der Möbelindustrie
Roller wurde 1969 gegründet und beschäftigt etwa 4000 Mitarbeiter. Doch wie geht es weiter? Das Unternehmen hat einen klaren Plan: Die Schließungen sind Teil einer Strategie, um sich auf wirtschaftlich stabile Standorte zu konzentrieren. Aber wird das genug sein, um die Herzen der Verbraucher zurückzugewinnen? Der Einzelhandel hat sich verändert und die Kunden haben mehr Möglichkeiten als je zuvor – der Preis ist oft nicht mehr das einzige Kriterium. Eine SWR-Stichprobe aus dem Jahr 2025 zeigte, dass nicht alle Produkte bei Roller günstiger sind als bei Wettbewerbern wie Mömax, Poco und Ikea. Hier muss Roller definitiv nachbessern!
Die Möbelbranche hat es wahrlich nicht leicht, und die kommenden Monate werden entscheidend sein. Jan Kurth fordert von der Politik, dass geplante Vorhaben umgesetzt werden, um ein positives Signal an die Wirtschaft und Verbraucher zu senden. Es bleibt abzuwarten, ob die Unternehmen in der Branche, einschließlich Roller, die Herausforderungen meistern können. Katharina Hartmann zeigt sich optimistisch und glaubt an die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte durch technologische Fortschritte und Nachhaltigkeit. Doch werden die Verbraucher diesem Optimismus folgen? Die Zeit wird es zeigen.