Am 15. Mai 2026 wird der Jagdsaal in Schwetzingen zum Schauplatz eines musikalischen Ereignisses der besonderen Art: Das Musikalische Quintett bei den Schwetzinger SWR Festspielen verspricht nicht nur klangliche Höhepunkte, sondern auch spannende Diskussionen rund um die Werke bedeutender Komponisten. Moderiert von dem eloquenten Jörg Lengersdorf, können sich die Gäste auf eine illustre Runde freuen. Musikkritikerin Susanne Benda, ihr Kollege Jan Brachmann, die SWR Kultur Musikredakteurin Sabine Fallenstein und der Pianist Sebastian Sternal stehen bereit, um ihre Gedanken zur Musik zu teilen.
Auf dem Programm stehen unter anderem die 2. Sinfonie von Elsa Barraine, das Adagio aus Mozarts Gran Partita sowie das Miserere von Jan Dismas Zelenka. Besonders spannend wird die Improvisation von Sebastian Sternal über die Themen dieser ausgewählten Stücke sein – ein Moment, der das Publikum mit Sicherheit fesseln wird!
Die Komponistin Elsa Barraine
Elsa Barraine, geboren am 13. Februar 1910, war eine bemerkenswerte französische Komponistin, die trotz ihrer beeindruckenden Karriere heute eher selten zu hören ist. Ihre 2. Sinfonie, auch bekannt als „Voïna“ (Krieg), komponierte sie 1938 und wurde erst 1946 uraufgeführt. Kritiker waren seinerzeit begeistert von ihrer Originalität und Vitalität. Auf den ersten Blick könnte man meinen, Barraine sei nur eine von vielen Komponistinnen, doch ihr Leben und ihre Musik erzählen eine andere Geschichte.
Als Tochter eines Cellisten des Orchestre de l’Opéra in Paris wuchs sie in einem musikalischen Umfeld auf. Mit nur 15 Jahren gewann sie den ersten Preis in Harmonie am Conservatoire de Paris. Ihre Karriere war jedoch nicht nur von musikalischen Erfolgen geprägt: Während der deutschen Besatzung engagierte sie sich im Widerstand und musste ihre Komponistentätigkeit vorübergehend einstellen. Die düsteren Klänge ihrer 2. Sinfonie spiegeln nicht nur die Zeit wider, in der sie lebte, sondern auch ihre tiefen menschlichen Themen, die von Krieg, politischem Engagement und Spiritualität handeln.
Ein Klangbild von Vielfalt
Die Musikauswahl für das Quintett ist ebenso vielfältig wie fesselnd. Neben der Improvisation von Sebastian Sternal über Barraines 2. Sinfonie sind Aufführungen dieser Sinfonie durch verschiedene Orchester geplant. Auch das Adagio aus Mozarts Gran Partita wird in unterschiedlichen Interpretationen präsentiert. Diese Mischung aus Improvisation und Aufführung lässt die Zuhörer in die Klangwelten der Komponisten eintauchen und vermittelt ein Gefühl für die historische und emotionale Tiefe der Werke.
Das Miserere von Jan Dismas Zelenka wird ebenfalls einen Platz im Programm finden. Sternal wird nicht nur improvisieren, sondern auch die Abschlussimprovisation „You must believe in spring“ von Michel Legrand zum Besten geben. Diese musikalischen Dialoge sind nicht nur eine Hommage an die Komponisten, sondern auch ein lebendiger Austausch von Ideen und Emotionen.
In einer Zeit, in der viele Komponisten in Vergessenheit geraten, ist es umso wichtiger, die Werke von Künstlerinnen wie Elsa Barraine ins Rampenlicht zu rücken. Ihre Musik, oft geprägt von spätromantischen und impressionistischen Einflüssen, erzählt Geschichten, die gehört werden sollten. Das Musikalische Quintett bietet die perfekte Plattform, um diese Klänge wieder zum Leben zu erwecken und dem Publikum näherzubringen.