Kampf gegen das Eschentriebsterben: Sperrungen im Weidachtal und Hoffnung auf resilienten Nachwuchs
Das Weidachtal in Fellbach ist wieder einmal im Fokus der Aufmerksamkeit. Der Grund? Erneute Sperrungen aufgrund kranker Eschen. Ab Freitag, dem 19. Juni, wird der beliebte Weg wieder gesperrt, nachdem er erst vor drei Wochen nach umfangreichen Fällarbeiten wieder freigegeben wurde. Man fragt sich, wie das nur möglich ist. Uli Häußermann, der Leiter des Forstamts Rems-Murr, beschreibt die Dynamik des Eschentriebsterbens als „wahnsinnig und nicht gekannt“. Es scheint, als ob die Bäume schneller erkranken, als man sie fällen kann.
Die Situation wird zusätzlich durch den Hallimasch verschärft, ein Pilz, der die Wurzeln der Eschen angreift. Das Fatale: Auch wenn die Kronen der Bäume noch grün und gesund erscheinen, können sie umstürzen. Das bedeutet für Spaziergänger und Besucher des Weidachtals ein erhöhtes Risiko, insbesondere bei Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen. Bürgermeisterin Beatrice Soltys berichtete von erschreckenden Ergebnissen bei einer Kontrolle am 17. Juni. Aus diesem Grund haben Stadtverwaltung und Forstexperten sich zu einer vorsorglichen Sperrung entschieden. Sicherheit geht vor, das ist klar!
Ein Blick auf die Hintergründe
Die Gefahren von geschädigten Eschen sind nicht zu unterschätzen. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull appelliert eindringlich an die Besucher, die Absperrungen zu respektieren. Schließlich ist der Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Wege ungewiss. Währenddessen sollen die Fällungen entlang des Neckars in Richtung Remseck fortgesetzt werden, sobald die Arbeiten im oberen Weidachtal abgeschlossen sind. Ein Genehmigungsverfahren für Eingriffe im geschützten Scillawald ist ebenfalls im Gange. Das Eschentriebsterben stellt eine langfristige Herausforderung für die Region dar, und die Sorgen wachsen.
Doch es gibt auch Hoffnung! Ein Teil der in Europa heimischen Eschen kann dem Erreger des Eschentriebsterbens (ETS) widerstehen. Forscher haben sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und versuchen, die Geheimnisse dieser widerstandsfähigen Bäume zu entschlüsseln. Das Forschungsvorhaben „FraxForFuture“ wird gerade durchgeführt und soll bis 2024 abgeschlossen sein. Sechs Forschungsverbünde arbeiten dabei eng mit der Forstpraxis zusammen, um resilienten Eschennachwuchs zu etablieren und die Ausbreitung des ETS-Erregers einzudämmen. Die Ergebnisse der Forschung geben durchaus Anlass zur Hoffnung, dass es gelingen kann, die bestandsbedrohte Baumart Esche in Deutschland zu erhalten.
In der Zwischenzeit bleibt den Bürgern von Fellbach und den Besuchern des Weidachtals nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass die Natur sich erholt. Es bleibt spannend, wie sich die Lage entwickeln wird.
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