Heute ist der 24.04.2026 und in Ravensburg stehen die Geschichten von Lisa (26) und Lea Grabarits (29) im Mittelpunkt, zwei Schwestern, die seit ihrer ersten Regelblutung an der tückischen Krankheit Endometriose leiden. Diese Erkrankung betrifft jede sechste Frau in Deutschland und bleibt im Schnitt acht Jahre unerkannt. Für die beiden Schwestern war der Weg zur Diagnose und Behandlung ein steiniger, geprägt von extremen Unterleibsschmerzen und anderen Beschwerden, die ihr Leben stark beeinflussten.
Beim Endometriose-Talk berichteten Lisa und Lea von ununterbrochenen Regelblutungen, migräne-ähnlichen Kopfschmerzen, Blut im Stuhl und häufigen Ohnmachtsanfällen. In der Schule fehlten sie insgesamt 60 Tage und oft mussten sie Verabredungen absagen, da die Schmerzen sie schlichtweg außer Gefecht setzten. Medikamente brachten kaum Linderung; oft arbeiteten sie im Homeoffice mit einer Wärmeflasche, um die Symptome zu lindern. Nach Jahren voller Kampf fanden sie schließlich einen Spezialisten im zertifizierten Endometriosezentrum in Ravensburg, geleitet von Dr. Philipp Guttenberg.
Der lange Weg zur Diagnose
Das Endometriosezentrum in Ravensburg führt umfassende Untersuchungen durch, darunter Ultraschall, Darmspiegelung und MRT. Bei den Schwestern waren die Gewebewucherungen so weit fortgeschritten, dass eine Operation notwendig wurde. Dr. Guttenberg entdeckte insgesamt neun respektive vier Endometrioseherde, die an Blase, Eileiter, Gebärmutter, Kreuzbein, Bauchfell und Darm lokalisiert waren. In einem besorgniserregenden Moment stellte sich heraus, dass ein Stück Darm entfernt werden könnte, was einen künstlichen Darmausgang zur Folge gehabt hätte.
Trotz der ernsten Lage entschieden sich Lisa und Lea bewusst für die Operation, um das Leiden zu beenden. Ihre Entscheidung war geprägt von dem Wunsch, ihre Sicherheit zurückzugewinnen. Es ist wichtig zu wissen, dass fast jede zweite Endometriose-Betroffene an Depressionen leidet und Probleme in ihrem beruflichen und privaten Umfeld hat. Dr. Guttenberg betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Behandlung, die auch psychologische Hilfe und Selbsthilfegruppen umfasst.
Hoffnung und Aufklärung
Mit ihrer Geschichte möchten Lisa und Lea anderen Betroffenen Mut machen. Sie stehen nun mit neuer Lebensqualität da, nachdem die Operation erfolgreich war. Dr. Guttenberg hebt zudem die zunehmenden Forschungen und neuen Behandlungsmethoden im Bereich Endometriose hervor. Er warnt allerdings vor neuartigen Endometriose-Speicheltests, da deren Ergebnisse oft falsch sind.
Die Erfahrungen der Schwestern verdeutlichen, wie wichtig Aufklärung und frühzeitige Diagnosen sind. In einer Gesellschaft, in der das Thema Endometriose häufig tabuisiert wird, ist es umso wichtiger, das Bewusstsein zu schärfen und Betroffenen eine Stimme zu geben. Die Geschichten von Lisa und Lea sind ein Appell an alle, sich nicht mit Schmerzen abzufinden und aktiv nach Lösungen zu suchen.