Die Schussenrieder Brauerei Ott aus Bad Schussenried hat beim Amtsgericht Ravensburg Insolvenz angemeldet. Ein Schock für viele, die in den letzten 120 Jahren die Tradition der familiengeführten Brauerei schätzten. Die Brauerei, die in der vierten Generation von der Familie Ott betrieben wird, hatte sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht und gewann 2018 Gold beim World Beer Cup für ihre hervorragende Biersorte „Spezial“. Jetzt bangen rund 40 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.

Das Insolvenzverfahren, unter der Aufsicht des vorläufigen Insolvenzverwalters Matthäus Rösch, wurde am 12. Juni 2026 eingeleitet. Der Grund für diesen Schritt sind unter anderem der hohe Wettbewerbsdruck und der Rückgang des Bierkonsums in Deutschland. Komischerweise sank der Pro-Kopf-Konsum von 11,7 Litern im Jahr 2012 auf nur noch 10,5 Liter im Jahr 2024!

Die Herausforderungen der Branche

Die Schussenrieder Brauerei produziert jährlich rund 6 Millionen Liter Bier und 3 Millionen Liter alkoholfreie Getränke. Dabei erstreckt sich ihr Vertriebsgebiet über Oberschwaben, den Bodensee, das Allgäu, die Schwäbische Alb sowie den Großraum Stuttgart und Ulm. Doch die Brauerei ist nicht allein in dieser misslichen Lage. Der Bierabsatz in Deutschland fiel 2025 auf ein Rekordtief mit einem Minus von 6,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Das macht sich auch in Baden-Württemberg bemerkbar, wo die Anzahl der Brauereien von 205 in 2023 auf 190 in 2026 sinken wird.

Die gestiegenen Energiekosten und die Preise für Rohstoffe belasten die Branche zusätzlich. Es ist nicht nur die Schussenrieder Brauerei, die mit diesen Herausforderungen kämpft; auch andere Brauereien in der Region haben Insolvenz angemeldet, wie beispielsweise die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum. Es ist ein hartes Pflaster, und der Trend zu alkoholfreien Getränken nimmt weiter zu, während der Bierkonsum pro Person von 115,3 Litern im Jahr 2005 auf 88 Liter im Jahr 2024 fiel.

Ein Blick in die Zukunft

Die Brauerei hat das Ziel, das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten, möglicherweise mit Unterstützung eines Investors. Das Insolvenzgericht wird nach eingehender Prüfung entscheiden, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird. In der Zwischenzeit läuft der Betrieb vorerst unter Aufsicht weiter. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Die Schussenrieder Brauerei, die mit ihrer Gaststätte und dem Bierkrugmuseum auch ein Stück Kultur repräsentiert, könnte bald Teil eines neuen Kapitels in der Geschichte des deutschen Bierbrauens werden.

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Es ist ein trauriger, aber auch spannender Moment für die traditionsreiche Brauerei. Was die Zukunft bringt? Das bleibt abzuwarten – aber eines ist sicher: Die Leidenschaft für Bier und die Tradition des Brauens sind tief verwurzelt, und vielleicht kann eine neue Idee oder ein frischer Wind das Ruder noch herumreißen.

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