In der beschaulichen Stadt Kirchheim am Neckar, wo der Duft von frisch gebackenem Brot durch die Gassen zieht und die Menschen gern miteinander plaudern, ist die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen: Der traditionsreiche Händler und Vermieter von Reisemobilen, Schafhäutle Reisemobile, hat Insolvenz angemeldet. Am 26. Juni 2026 wurde die Insolvenz eröffnet – und die Wogen schlagen hoch. Voraussichtlich liegt eine Massenunzulänglichkeit vor, die für viele Mitarbeiter und Kunden ein böses Erwachen mit sich bringt.

Gegründet im Jahr 1989, hat sich das Unternehmen im Laufe der Jahre einen Namen gemacht und gilt als einer der größten Anbieter in Süddeutschland. Doch die Rückzüge von zwei Banken bei der Finanzierung haben das Unternehmen in die Knie gezwungen. Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung waren 19 Mitarbeiter beschäftigt, die nun in eine ungewisse Zukunft blicken. Während der Corona-Pandemie erlebte die Branche einen Boom, der jedoch wie ein Kartenhaus zusammenfiel, als die Nachfrage sank und die Überangebote überhandnahmen. In der Folge mussten mehrere Kunden bereits erfahren, dass ihre angemieteten Fahrzeuge nicht wie versprochen bereitstanden.

Ein Schatten über der Branche

Die Situation bei Schafhäutle ist kein Einzelfall. Auch andere Unternehmen in der Branche haben mit ernsthaften Schwierigkeiten zu kämpfen. So mussten beispielsweise die Wohnmobilanbieter Roadfans und das Camping-Start-up Off Insolvenz anmelden. Der Markt ist durch Überproduktion und sinkende Nachfrage gekennzeichnet. Auf der Caravaning-Messe CMT im Januar 2024 berichtete der Branchenverband von einem Rückgang in der Produktion – 16,4 Prozent weniger Wohnmobile, Vans und Wohnwagen wurden im Jahr 2024 in Deutschland hergestellt als im Vorjahr. Das ist schon ein echter Dämpfer für die Branche.

Aber das ist nicht alles! Ein weiterer Schatten, der über der Branche schwebt, ist der Betrugsverdacht gegen die Erwin Hymer Group. Vor drei Jahren wurde eine Durchsuchung ihrer Geschäftsräume in Bad Waldsee durchgeführt. Der Verdacht: Betrug und strafbare Werbung im Zusammenhang mit Gewichtsangaben für Wohnmobile. Nun hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart rund zehn Millionen Euro einbehalten, und die Verfahren gegen die beschuldigten Mitarbeiter wurden eingestellt. Hymer selbst weist die Vorwürfe zurück und betont die umfassende Kooperation mit den Ermittlungsbehörden. Doch die Sorgen um die Aufsichtspflichtverletzungen von Mitarbeitern unterhalb der Vorstandsebene bleiben bestehen.

Die Zukunft bleibt ungewiss

Inmitten all dieser Turbulenzen bleibt der Insolvenzverwalter Sebastian Mielke von Schafhäutle auf der Suche nach Investoren, die das Unternehmen möglicherweise retten könnten. Die Chancen stehen jedoch denkbar schlecht. Ein Rückblick auf die letzten Jahre zeigt, dass die Preise für Wohnmobile seit 2019 um ein Drittel gestiegen sind, was für viele Familien eine große finanzielle Hürde darstellt. In dieser angespannten Lage ist es nicht verwunderlich, dass die Nachfrage nach Reisemobilen stark gesunken ist.

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Die Branche, einst im Aufwind, kämpft nun ums Überleben. Die Auswirkungen sind überall zu spüren – in den Werkstätten, bei den Herstellern und vor allem bei den Kunden, die auf ihr Wohnmobil angewiesen sind, um die Freiheit des Reisens zu genießen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und welche Unternehmen letztlich die Krise überstehen werden. Die Unsicherheit ist greifbar, wie der Geruch von nassem Asphalt nach einem Regen. Und in der Luft liegt die Frage: Wird der Traum vom Reisen im Wohnmobil bald nur noch eine ferne Erinnerung sein?

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