Mercedes‘ Mut zur Veränderung: Ungarns Aufstieg als Produktionszentrum im Schatten deutscher Werke
Heute ist der 18.07.2026 und wir schauen uns mal an, was bei Mercedes los ist. Der Autobauer steht vor großen Veränderungen, die nicht nur die Werke in Deutschland betreffen. Der neue Chef, Michael Schiebe, hat große Pläne, die unbezahlte Mehrarbeit zur Werkssicherung in Deutschland beinhalten. Ein gewagter Vorschlag! Währenddessen investiert das Unternehmen eine satte Milliarde Euro in den Ausbau seines Werks in Kecskemét, Ungarn. Das Ziel? Die Produktionskapazitäten sollen verdoppelt werden, sodass künftig mehrere hunderttausend Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen. Ungarn wird also zum neuen Zentrum für die Kompaktklasse-Modelle. Komisch, nicht? Ein Standort, der vor wenigen Jahren noch eher unauffällig war, wird jetzt zum Herzstück der Produktion.
Schiebe betont, dass diese Expansion in Ungarn nicht nur für den Standort selbst, sondern auch für die deutschen Arbeitsplätze wichtig sei. Denn die Konkurrenz schläft nicht – insbesondere die chinesischen Hersteller setzen den deutschen Autobauern ganz schön zu. Ein interessanter Punkt, den die IG Metall nicht einfach so hinnehmen kann. Sie lehnen die Forderung nach unbezahlter Mehrarbeit ab und pochen auf die Einhaltung bestehender Tarifstandards. Hier bahnt sich ein Konflikt zwischen der Unternehmensleitung und der Arbeitnehmervertretung an, der die Gemüter erhitzen könnte.
Neue Arbeitsplätze in Ungarn
Sicherlich ein Lichtblick in der ganzen Diskussion: In Kecskemét soll die Belegschaft aufgestockt werden. Aktuell sind dort etwa 5.000 Mitarbeiter beschäftigt, und in den kommenden Jahren werden mehrere tausend neue Arbeitsplätze geschaffen. Das wurde sogar anlässlich des 140-jährigen Jubiläums von Mercedes in Kecskemét angekündigt, bei dem auch Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán zugegen war. Jens Bühler, der Geschäftsführer von Mercedes-Benz Manufacturing Hungary, sprach von einer erheblichen Erweiterung des Standorts. Hier hat sich einiges getan!
Seit dem Produktionsstart im Jahr 2012 wurden bereits mehr als zwei Millionen Fahrzeuge in Kecskemét gefertigt. Die Verlagerung der A-Klasse-Produktion von Rastatt nach Ungarn ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Ab 2026 wird der Elektro-SUV GLB EQ in Kecskemét vom Band laufen, und die elektrische C-Klasse EQ folgt Mitte 2026. Das Werk wird also nicht nur größer, sondern auch moderner. Ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum wird direkt am Werk entstehen, in Zusammenarbeit mit ungarischen Hochschulen. Hier sollen Investitionen von rund 55 Millionen Euro fließen, um sich auf Produktentwicklung und digitale Prozesse zu konzentrieren.
Die Zukunft der deutschen Werke
Und was ist mit den deutschen Standorten? Das Werk in Rastatt bleibt weiterhin wichtig, auch wenn es Herausforderungen gibt. Hier wird die dritte Generation des GLA am 29. Juli 2026 vorgestellt. In der ersten Jahreshälfte 2026 wurden in Deutschland bereits 16.883 Einheiten des Modells CLA registriert. Spannend ist, dass die deutsche Produktion sich künftig auf technologisch anspruchsvollere und elektrifizierte Plattformen konzentrieren wird, während die Kompaktmodelle zunehmend in Ungarn gefertigt werden. Ein strategischer Schachzug, der zeigt, wie dynamisch der Markt ist.
Ein wenig angestaubt hört sich das alles an, wenn man die Zahlen betrachtet: Im Jahr 2024 erzielte Mercedes-Benz Manufacturing Hungary einen Umsatz von rund 4,17 Milliarden Euro und produzierte mehr als 146.000 Fahrzeuge. Das zeigt, dass Ungarn für Mercedes ein echter Wachstumsmotor wird. Und während in Deutschland ein Stellenabbauprogramm läuft, das bis zu 20.000 Mitarbeiter betreffen könnte, blüht in Kecskemét das Geschäft auf. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die Balance zwischen Expansion und den Rechten der Arbeitnehmer gewahrt werden kann. Die nächsten Monate könnten hier entscheidend sein.
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