Gestern Abend, am 22. Juni, hat ein Stromausfall in Baden-Baden für einige Aufregung gesorgt. Um 21 Uhr meldete die Stadt, dass die Stromversorgung endlich wiederhergestellt sei. Das war ein echter Lichtblick, denn zuvor waren Oberbeuern, Lichtental, Geroldsau und Teile der Innenstadt ohne Strom. Die Ursache lag in zwei gestörten 20-Kilovolt-Strängen, die im Bereich der Bismarckstraße lokalisiert wurden. Die Stadtwerke waren schnell zur Stelle, um das Problem zu beheben, und nach einer schrittweisen Zuschaltung des Netzes konnten alle betroffenen Gebiete wieder mit Energie versorgt werden.

Doch der Ausfall hatte auch seine Schattenseiten. Besonders die Notrufnummern 112 und 110 waren betroffen, was die Bürger dazu aufforderte, sich in Notfällen an durch die Feuerwehr besetzte Stellen zu wenden. Das ist natürlich nicht ideal – in einer Notsituation möchte man einfach anrufen können! Die Stadtwerke waren allerdings gut vorbereitet und arbeiteten mit Hochdruck daran, die Stromversorgung möglichst schnell wiederherzustellen. Der gesamte Vorfall erinnert uns daran, wie abhängig wir von einer stabilen Energieversorgung sind.

Die kritische Infrastruktur in Baden-Baden

Interessanterweise können die Stadtwerke Baden-Baden ihren Betriebsstandort in der Waldseestraße über vier Tage hinweg unabhängig von externer Stromversorgung betreiben. Das klingt nach einem soliden Plan B, vor allem wenn man bedenkt, dass die Notstromversorgung nur kritische Infrastruktureinrichtungen der Stadtwerke sichert – private Haushalte sind da nicht mit inbegriffen. Wenn es also zu einem mehrtägigen Stromausfall kommt, können die Auswirkungen aufgrund der komplexen Wasserversorgung und der topografischen Lage zeitversetzt auftreten. Das ist schon ein bisschen beunruhigend, oder?

Die Wasserversorgung der Stadt erfolgt zu 50 % über das Grundwasserwerk Sandweier und zu 50 % aus Quellgebieten im Schwarzwald. Besonders in den Sommermonaten ist das Grundwasserwerk mit einem Notstromaggregat ausgestattet, das für bis zu 100 Stunden Volllastbetrieb ausgelegt ist. Das gibt einem ein gewisses Maß an Sicherheit, aber die Quellwasser-Aufbereitungsanlagen haben keine eigene Notstromversorgung. Das bedeutet, dass im Falle eines Stromausfalls die Nutzung des Wassers eingeschränkt werden kann. Man stelle sich vor: kein frisches Wasser zum Trinken, Duschen oder für die Toilette – das käme für viele einem kleinen Weltuntergang gleich!

Die weitreichenden Folgen eines Stromausfalls

Ein großflächiger und langanhaltender Stromausfall könnte weitreichende Folgen haben. Kommunikation, Gesundheitsversorgung, Mobilität und selbst die Lebensmittelversorgung wären in Gefahr. Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag hat bereits 2010 die Folgen eines mehrwöchigen Stromausfalls untersucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist zwar gering, aber die potenziellen Folgen wären katastrophal. Besonders die kritischen Infrastrukturen wie die Informations- und Telekommunikation sowie die Wasser- und Abwasserversorgung würden stark beeinträchtigt werden.

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Die Abhängigkeit dieser Sektoren von der Stromversorgung nimmt immer mehr zu. Daher ist es wichtig, dass Notstromversorgungssysteme bei kritischen Infrastrukturen mindestens 72 Stunden ohne externe Nachbetankung funktionieren. Doch in Deutschland gibt es keine zentrale Behörde zur Notfallplanung bei Stromausfällen. Vielmehr wird alles von Bund, Ländern und Kommunen eigenständig geregelt. Das klingt ein wenig nach einem Flickenteppich, oder? Wenn man darüber nachdenkt, ist es umso wichtiger, dass auch die Bürgerinnen und Bürger sich auf mögliche Stromausfälle vorbereiten und sich über Vorsorgemaßnahmen informieren.

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