In der idyllischen Region Rastatt gibt es derzeit ernüchternde Nachrichten für alle Wasserratten und Sonnenanbeter. Es geht um PFAS – diese geheimnisvollen, aber gefährlichen Substanzen, die in Böden und Grundwasser nachgewiesen wurden. Ja, richtig gehört: PFAS, auch bekannt als PFC, sind nicht nur ein Akronym, sondern eine ernstzunehmende Herausforderung. Diese Chemikalien finden sich in einer Vielzahl von Alltagsprodukten, die wir für selbstverständlich halten: von atmungsaktiver Sportkleidung über schmutz- und wasserabweisende Einmalverpackungen bis hin zu Feuerlöschmitteln. Ein echtes Multitalent – aber leider eines mit Schattenseiten.

Die Problematik mit PFAS ist, dass sie sich schnell im Boden und in Gewässern ausbreiten und kaum abgebaut werden. Das macht sie besonders tückisch. Besonders für unsere Kleinsten besteht ein gewisses Risiko. Kinder, die im Badesee Weitenung schwimmen und dabei versehentlich Wasser schlucken – und das könnte etwa ein Trinkglas pro Tag sein – sind potenziell gefährdet. Das Landratsamt Rastatt empfiehlt Eltern, darauf zu achten, dass Kinder unter 10 kg Körpergewicht nicht mehr als 50 Mal pro Saison in diesen Gewässern baden. Ein wenig erschreckend, oder?

Die konkreten Zahlen

Die aktuelle PFAS-Konzentration im Badesee Weitenung liegt bei etwa 0,9 Mikrogramm pro Liter. Zur Einordnung: Im Kühlsee bei Baden-Baden sind es nur 0,5 Mikrogramm pro Liter. Das klingt vielleicht nicht viel, aber die Auswirkungen können gravierend sein. Auch wenn das Schwimmen dort als unbedenklich gilt, sollte man das versehentliche Schlucken von Seewasser tunlichst vermeiden. Hautkontakt? Der ist unbedenklich. Aber dennoch – die Warnungen sind da und die Behörden kündigen engmaschige Kontrollen der Wasserqualität an. Man könnte fast meinen, wir sind hier in einem Krimi, in dem die Umwelt als Bösewicht auftritt.

Die Geschichte hinter den PFAS ist nicht weniger skurril. Sie gelangen durch mit Klärschlämmen aus der Papierindustrie verunreinigten Kompost in unsere Böden und damit ins Grundwasser. Badeseen, die durch Grundwasser gespeist werden, sind besonders anfällig für solche Verunreinigungen. Und die Behörden glauben, dass in Zukunft möglicherweise noch weitere Badeseen von der PFAS-Problematik betroffen sein könnten. Ein schleichendes Problem, das wir vielleicht nicht sofort auf dem Schirm haben, das aber ganz konkret vor unserer Haustür lauert.

Die gesundheitlichen Auswirkungen

Aber was bedeutet das für unsere Gesundheit? PFAS sind nicht nur chemisch stabil, sondern reichern sich auch im menschlichen Körper an. Sie gelangen über Nahrung und Trinkwasser in unseren Organismus. Studien zeigen, dass sie das Lebergewicht erhöhen und den Lipidstoffwechsel stören können. Das sind nicht gerade die Nachrichten, die man sich beim Grillen am Badesee wünscht. Die toxikologischen Profile dieser Chemikalien sind alles andere als harmlos: Störungen der Schilddrüsenhormone, mögliche Entwicklungseffekte bei Mäuse-Nachkommen und neurotoxische Wirkungen sind nur einige der besorgniserregenden Erkenntnisse.

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Ein Blick auf die epidemiologischen Studien zeigt, dass PFAS sogar die Antikörperantwort auf Impfungen verringern können. Ist das nicht erschreckend? In Deutschland wurden im Rahmen des Human-Biomonitorings zwischen 2014 und 2017 12 PFAS bei Kindern und Jugendlichen untersucht, und die Ergebnisse sind alarmierend: In vielen Blutproben wurden PFOS, PFOA und PFHxS nachgewiesen. Ein Teil der Probanden überschritt sogar die empfohlenen HBM-I-Werte für PFOA und PFOS. Hier ist Handlungsbedarf gefragt!

Die Situation ist also ernst. Es gibt zwar keine konkreten Grenzwerte für Badeverbote, doch die Empfehlungen aus Bayern dienen als Maßstab. Die Behörden scheinen gefordert, schnell zu handeln, um die Bevölkerung zu schützen. Vielleicht wird der kommende Sommer nicht nur ein Sommer der Sonne, sondern auch ein Sommer der Wachsamkeit. Wir sollten alle ein bisschen achtsamer sein, wenn es um die Gewässer geht, in denen wir uns vergnügen.