Am frühen Morgen des 10. Mai 2026 war es soweit: Das Kreuzfahrtschiff «Hondius», das in einen Hantavirus-Ausbruch verwickelt war, erreichte den Hafen von Granadilla auf Teneriffa. Die Ankunft wurde live von RTVE übertragen – ein Moment, der für die Passagiere, viele davon Deutsche, mit gemischten Gefühlen verbunden war. Schließlich gab es strenge Sicherheitsvorkehrungen, die beachtlich waren. Ein Polizeieinsatz der Guardia Civil begleitete das Schiff beim Einlaufen, während sowohl Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García als auch Innenminister Fernando Grande-Marlaska und WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vor Ort waren. Letzterer versuchte, die Wogen zu glätten und betonte, dass das Risiko für die Bevölkerung Teneriffas gering sei und der Hantavirus nicht mit dem Coronavirus vergleichbar sei.

Ursprünglich war vorgesehen, das Schiff vor dem Hafen ankern zu lassen, doch die Genehmigung zur Einfahrt wurde erteilt. Medizinisches Personal stand bereit, um die Passagiere auf akute Krankheitssymptome zu untersuchen. Mit FFP2-Masken und nur leichtem Handgepäck sollten die Reisenden an Land gehen. In Gruppen von maximal fünf Personen wurden sie dann in Busse geleitet, die sie zu einem nahegelegenen Flughafen bringen sollten. Dort warteten bereits bereitgestellte Flugzeuge, um sie ohne weitere Abfertigung in ihre Heimatländer zu bringen. Flüge sind für Sonntag und Montag geplant, doch es bleibt eine große Unsicherheit. Nach der Ankunft müssen die Passagiere in Quarantäne, denn eine Entwarnung kann aufgrund der langen Inkubationszeit erst nach Wochen erfolgen.

Ein besorgniserregender Ausbruch

Der Hantavirus-Ausbruch auf der «Hondius» hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Die WHO verzeichnete bereits sechs bestätigte Fälle sowie zwei Verdachtsfälle; tragischerweise sind drei Personen gestorben – darunter ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Es ist kaum vorstellbar, wie herausfordernd diese Situation für alle Beteiligten ist, insbesondere für die Passagiere und deren Familien. Über 30 Passagiere und Besatzungsmitglieder haben das Schiff bereits bei Zwischenstopps verlassen, und weltweit wird nach Verdachtsfällen gesucht. Die Übertragung des Hantavirus erfolgt in der Regel durch Nagetiere, es kann jedoch auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

Die «Hondius» hatte ihre Reise am 1. April in Ushuaia, Argentinien, begonnen. Ein Abenteuer, das nun in einem Albtraum enden könnte. Nach der Evakuierung wird das Schiff seine Fahrt in die Niederlande fortsetzen, wo der Leichnam einer verstorbenen Passagierin abgeladen wird. Es ist schon seltsam, wie schnell sich die Dinge ändern können. Von der Freiheit des Reisens zu solch einem dramatischen Vorfall – da bleibt einem die Spucke weg.

Eine interessante Wendung nahm die Sache, als die WHO Spanien bat, die Passagiere an Land zu lassen, da die Gesundheitsversorgung auf den Kanaren als gut gilt. Ein kluger Schachzug, wenn man bedenkt, dass eine rasche medizinische Versorgung in solchen Fällen entscheidend ist. Die Situation bleibt angespannt, und die Augen der Welt sind auf Teneriffa gerichtet. Wer hätte gedacht, dass ein entspannter Kreuzfahrturlaub so abrupt kippen könnte?

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