Die Hitzewelle, die derzeit über den Ostalbkreis zieht, macht sich in den Schulen deutlich bemerkbar. Temperaturen über 30 Grad in Klassenzimmern sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Joseph Ott, der Rektor der Buchenbergschule in Ellwangen, hat die Entscheidung getroffen, an den meisten Schulen in Ellwangen Hitzefrei zu geben – eine Erleichterung für die kleinen und großen Schüler, auch wenn die Oberstufenklassen nicht davon profitieren. Die Schulgebäude sind oft nicht für solche Temperaturen ausgelegt. Besonders in den oberen Stockwerken gibt es kaum Beschattung, was den Unterricht zur echten Herausforderung macht. Kinder sind nicht nur physisch, sondern auch mental stark beansprucht, wenn sie bei diesen Temperaturen lernen müssen.

Die Ganztagsschulen in der Region halten dennoch an ihren Betreuungsangeboten fest. Zwischen 40 und 50 Kinder nutzen dieses Angebot, während die Entscheidung über Hitzefrei letztendlich bei den Schulleitungen liegt. In Ellwangen arbeiten die Schulen eng zusammen, um sich abzustimmen. Die Schillerschule in Aalen hingegen hat sich entschlossen, den regulären Unterricht fortzuführen. Eltern haben jedoch die Möglichkeit, ihre Kinder vorzeitig abzuholen, wenn die Temperaturen unerträglich werden. Rektor Karl Frank sieht die Verantwortung der Schule in der Pflicht, die Schüler bestmöglich zu betreuen.

Ohne klare Vorgaben

In Baden-Württemberg ist es so, dass es keine gesetzlich festgelegte Temperatur für Hitzefrei gibt. Das Kultusministerium gibt zwar Empfehlungen heraus, letztlich entscheidet aber die Schulleitung. Ein Hitzefrei kann erteilt werden, wenn es um 11 Uhr im Schatten mindestens 25 Grad hat, und das frühestens nach der vierten Schulstunde. Bei der Entscheidung spielen auch die Betreuungsangebote, die Verfügbarkeit von Lehrkräften und die Abholmöglichkeiten eine Rolle. Berufliche Schulen sowie die Oberstufen an Gymnasien sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und fordert eine umfassende Sanierungsoffensive für Kita- und Schulgebäude. Zudem äußert die GEW, dass Hitzefrei keine Dauerlösung sein sollte. Investitionen in gute Bildung sind notwendig, um den Schülern ein angenehmes Lernumfeld zu bieten. Oliver Hintzen, Rektor und VBE-Landesvorsitzender, hat sogar überlegt, mit Schülern ins Freibad zu gehen, wenn die Temperaturen weiter in die Höhe schnellen. Man muss ja irgendwie einen Ausweg finden, wenn die Hitze drückt.

Schulen im Fokus

Die Situation in den Schulen wird auch vom Deutschen Lehrerverband kritisch betrachtet. Laut Präsident Stefan Düll sind nur wenige Schulen ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet. Er fordert Investitionen in die Sanierung maroder Schulgebäude aus dem Sondervermögen der Bundesregierung. Insbesondere ältere Gebäude aus der Nachkriegszeit haben oft nicht den nötigen Hitzeschutz. Mangelnde Dämmung, fehlende Lüftungs-, Luftreinigungs- und Klimaanlagen sind nur einige der Probleme. Trinkbrunnen sind rar gesät, und viele Pausenhöfe bieten nicht genügend Schatten, was bei diesen Temperaturen zum Problem wird. Auch die SPD-Bildungssprecherin Jasmina Hostert unterstützt die Forderungen nach mehr Hitzeschutzmaßnahmen und betont die Bedeutung für das Wohl von Kindern und Jugendlichen.

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Aktuell leiden Deutschland und weite Teile Europas unter extremen Temperaturen, die in einigen Regionen sogar bis zu 34 Grad Celsius erreichen. Eine leichte Abkühlung ist für das Wochenende in Aussicht, doch bis dahin müssen die Schulen und Schüler weiter mit der drückenden Hitze zurechtkommen.

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