Die Gemeinde Ringsheim im Ortenaukreis hat Großes erreicht: Sie wurde als „Gigabitkommune@BW“ ausgezeichnet und hat damit einen bedeutenden Schritt in Richtung digitale Zukunft gemacht. Innenminister Thomas Strobl überreichte den Award am Montag im Innenministerium in Stuttgart. Bürgermeister Pascal Weber und Vertreter der Breitband Ortenau GmbH & Co. KG nahmen die Auszeichnung stolz entgegen und betonten die Wichtigkeit dieser Anerkennung für die Region.
Mit einer beeindruckenden Glasfaserabdeckung von 98,98 Prozent ist Ringsheim ein Vorbild für andere Kommunen. Deutsche Glasfaser hat bereits 1.078 Gebäude ausgebaut, die Telekom 64 Adressen sowie Breitband Ortenau 30 Gebäude. Ab dem ersten Quartal 2029 sollen alle Einwohner in den Genuss von Glasfaseranschlüssen kommen, was die digitale Infrastruktur weiter verbessern wird. Michael Großer vom Landratsamt Ortenaukreis lobte die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten beim Glasfaserausbau.
Wichtigkeit des Glasfaserausbaus
Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau, hob die Bedeutung des Glasfaseranbaus für die wirtschaftliche Entwicklung und digitale Bildung hervor. Die Auszeichnung basiert auf den Versorgungsdaten im Breitbandatlas des Bundes, der eine Gigabitverfügbarkeit von mindestens 90 Prozent erfordert. Ringsheim erhielt zusätzlich eine physische Auszeichnung für eine Verfügbarkeit von 97,9 Prozent, was die Fortschritte in der Region unterstreicht.
Der Glasfaserausbau stellt das größte Infrastrukturprojekt im Ortenaukreis dar, mit dem Ziel, rund 121.000 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz anzuschließen. Die Homes-Passed-Quote liegt bereits bei 52 Prozent, und bis 2027 soll eine Quote von 70 Prozent erreicht werden. Der vollständige Ausbau aller unterversorgten Gebäude ist bis 2031 geplant.
Die Rolle des Landes und der Bundesregierung
Das Land Baden-Württemberg hat den aktuellen Datenstand des Breitbandatlas des Bundes genutzt, um die „Gigabitkommunen@BW“ auszuwählen. Die Informationen zur Breitband- und Mobilfunkversorgung werden von der Bundesnetzagentur bereitgestellt und regelmäßig aktualisiert. Nur abgeschlossene Ausbauten, die von Netzbetreibern an die Bundesnetzagentur gemeldet wurden, finden Berücksichtigung im Breitbandatlas.
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag den flächendeckenden Glasfaserausbau festgelegt und ein Beschleunigungsgesetz eingeführt, um den Ausbau voranzutreiben. Dieses Gesetz wird als „überragendes öffentliches Interesse“ eingestuft, was schnellere Genehmigungsverfahren für den Leitungsbau zur Folge hat. Ziel ist es, unversorgte Gebiete zu erschließen und den Zugang zu leistungsfähigen Telekommunikationsnetzen zu verbessern.
Mit einem Zugang zu Breitbandanschlüssen von fast 99 Prozent in Deutschland und über 76,5 Prozent der Haushalte, die Zugang zu Gigabitanschlüssen haben, zeigt sich, dass der Glasfaserausbau in Deutschland auf einem guten Weg ist. Der Fortschritt des Ausbaus hat sich bis Mitte 2024 nahezu verdoppelt und entspricht einem Zuwachs von 1,8 Millionen Haushalten pro Halbjahr.
Ringsheim steht somit beispielhaft für den positiven Trend im Glasfaserausbau und die engagierte Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Netzbetreibern und der Landesregierung. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die digitale Landschaft im Ortenaukreis und darüber hinaus weiterentwickeln wird.