Heute, am 4. Mai 2026, gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Freizeitfahrzeuge, die für viele von uns, die die Freiheit des Campens und Reisens lieben, ein wenig wehmütig stimmen könnten. Bürstner, ein traditionsreicher Hersteller von Wohnwagen mit Sitz in Kehl, hat angekündigt, dass ab der Saison 2027 die Produktion von Wohnwagen eingestellt wird. Diese Entscheidung ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung, die das Unternehmen dazu bringt, sich künftig auf Camper-Vans und Reisemobile zu konzentrieren. Ein Schritt, der verständlich ist, aber auch nachdenklich stimmt.
Die Geschichte von Bürstner geht bis in die 1950er Jahre zurück, als die ersten Caravans in einer Bauschreinerei in Kehl gefertigt wurden. 1961 folgte der Schritt in die Serienfertigung und der erste Auftritt auf dem renommierten Caravan-Salon in Essen. In den darauffolgenden Jahrzehnten erlebte das Unternehmen einen regelrechten Boom. 1977 wurden beispielsweise 8.500 Caravans produziert, und der Umsatz stieg auf beachtliche 70 Millionen D-Mark. So viele Erinnerungen und Abenteuer stecken in diesen Fahrzeugen, die nun einem Ende entgegengehen.
Der Wandel der Zeit
Diese Entscheidung ist nicht aus heiterem Himmel gefallen. Der Rückgang des Interesses an Wohnwagen, besonders nach dem Corona-Hype, hat die Branche stark getroffen. Während die Nachfrage nach Reisemobilen jedoch wieder ansteigt, musste Bürstner die Reißleine ziehen. Bereits 2025 wurden an beiden Standorten rund 40 hochqualifizierte Stellen abgebaut, was die Richtung des Unternehmens verdeutlicht. Die Produktion von motorisierten Fahrzeugen wird weiterhin fortgesetzt, aber die Ära der Wohnwagen, die 69 Jahre lang bestand, neigt sich dem Ende zu.
Die Versorgung mit Ersatzteilen und Serviceleistungen für bestehende Wohnwagen bleibt bestehen, was für viele Besitzer von Bedeutung ist. Das gibt zumindest einen kleinen Lichtblick. Innerhalb der Erwin Hymer Group, zu der Bürstner gehört, wird der Bereich Wohnwagen weiterhin von Dethleffs abgedeckt. Das ist zwar ein guter Ersatz, aber die nostalgischen Gefühle bleiben.
Ein Blick in die Zukunft
Innovationen sind das Herzstück der Geschichte von Bürstner. Der Hersteller gilt als Erfinder des Hubbetts und hat 1988 das neue Reisemobilformat der Teilintegrierten entwickelt. Unter der Leitung von Klaus-Peter Bolz, der 1995 Geschäftsführer wurde, gab es viele neue Ideen, um das Kundeninteresse zu wecken. Doch die Herausforderungen blieben nicht aus. Die Übernahme durch die amerikanische Thor Gruppe führte zu weiteren Veränderungen, und Hubert Brandl, der 2025 die Geschäftsführung übernahm, reduzierte das Reisemobilangebot auf nur noch drei Baureihen. Ein Zeichen dafür, dass die Zeiten sich wandeln, und nicht immer zum Besten.
Der Boom in der Caravan- und Wohnmobil-Branche scheint vorüber zu sein. Wie das Manager Magazin berichtet, haben viele Unternehmen, nicht nur Bürstner, mit den Folgen der Marktentwicklung zu kämpfen. Die Entscheidung zur Einstellung der Wohnwagenproduktion ist nicht nur ein Verlust für Bürstner, sondern für die gesamte Branche, die viele treue Fans und traditionsreiche Geschichten hat.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Branche weiterentwickeln wird und ob neue Trends entstehen, die das Interesse an Wohnmobilen und Camper-Vans wieder ankurbeln können. Die Freiheit, die uns das Reisen mit einem Fahrzeug bietet, bleibt ungebrochen – auch wenn wir uns von einem liebgewonnenen Begleiter verabschieden müssen.